- Die Google-Mutter Alphabet tritt im KI-Wettbewerb aufs Gaspedal und stockt ihr Budget massiv auf.
- Der Tech-Konzern will 2026 bis zu 185 Milliarden US-Dollar in künstliche Intelligenz investieren. Das ist doppelt so viel wie im vergangenen Jahr.
Das Geschäft bei der Google-Mutter Alphabet läuft gut. Der Tech-Gigant wuchs insbesondere dank des rentablen Geschäfts mit Werbeanzeigen und Cloudangeboten. Insgesamt verdiente Alphabet vergangenes Jahr 403 Milliarden Dollar und schrieb 132 Dollar Gewinn.
Dank der vollen Kasse will Google nun in die Entwicklung von KI-Technologie und Rechenzentren investieren.
Mit den angekündigten Ausgabeplänen lässt Alphabet andere Tech-Giganten hinter sich. Zum Beispiel Meta: Das Unternehmen, zu dem unter anderem Facebook, Instagram und Whatsapp gehören, kündigte zuletzt Investitionen von bis zu 135 Milliarden Dollar für dieses Jahr an – also rund 50 Milliarden weniger als Google.
Knackpunkt Rechenkapazität
Bei Google sorgt man sich indes, dass selbst diese Milliardeninvestitionen nicht genug sein könnten. Laut Google-CEO Sundar Pichai stelle vor allem der Ausbau der Rechenkapazitäten eine Herausforderung dar. Das betreffe sowohl Engpässe bei Energie als auch verfügbare Bauteile und Flächen für Rechenzentren.
Während in der Vergangenheit Grossankündigungen von KI-Investitionen an den Finanzmärkten für Luftsprünge sorgten, ist mittlerweile die Euphorie weniger gross.
Bis vor kurzem hätten solche Versprechen, die Kurse von Tech-Unternehmen wie Microsoft, Apple, Oracle oder Amazon in die Höhe schnellen lassen, sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart. Anlegerinnen und Anleger seien mittlerweile jedoch vorsichtiger geworden, da die Investitionen häufig mittels Schulden finanziert würden.
Wer gewinnt das Rennen?
Mit Alphabets Ankündigung geht das KI-Rennen in eine nächste Phase. Beinahe im Wochentakt kündigen Technologieunternehmen wie Microsoft, Meta, Apple und auch der Chiphersteller Nvidia Investitionen an.
Laut Jacquemart würden die Ankündigungen jedoch oft nicht umgesetzt: Im Herbst 2025 habe zum Beispiel Nvidia angekündigt, 100 Milliarden Dollar in OpenAI investieren zu wollen. «Nun ist die Rede von nur noch 20 Milliarden Dollar, die Nvidia in OpenAI investieren will.»
Anlegerinnen und Anleger sind nicht mehr bereit, blind alles zu kaufen, was mit KI zu tun hat.
Den Unternehmen ginge es meist darum, zu signalisieren, dass sie im KI-Rennen dabei sind und mithalten können. Laut Jacquemart trenne sich die Spreu jedoch langsam vom Weizen. «Anlegerinnen und Anleger sind nicht mehr bereit, blind alles zu kaufen, was mit KI zu tun hat.» Die Gewinner von den Verlierern zu trennen, sei jedoch schwierig, weil die KI noch in den Kinderschuhen stecke.
Wie das Rennen ausgehen wird, wisse niemand – ein Blick auf die Aktien zeige jedoch, dass das Vertrauen in Alphabet – trotz der gigantischen Investitionen in KI – weiterhin gross sei, sagt Jacquemart. So stiegen die Aktien von Alphabet allein in den letzten sechs Monaten um rund 70 Prozent.