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Künstliche Intelligenz «Microsoft-Mistral-Deal ist für Standort Europa sehr relevant»

In der Welt der künstlichen Intelligenz kommt es zu einer gewichtigen Zusammenarbeit: Das US-Unternehmen Microsoft arbeitet mit dem europäischen KI-Anbieter Mistral AI zusammen. Es soll um eine Vereinbarung in Milliardenhöhe gehen. Was bedeutet diese Zusammenarbeit für Europa? Max Meister über die Hintergründe und die Vorteile für den Standort Europa.

Max Meister

KI-Experte

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Meister investiert in Technologie-Unternehmen und befasst sich mit KI als Dozent der Fachhochschule Zürich für Unternehmertum.

SRF News: Wie arbeiten Microsoft und Mistral AI konkret zusammen?

Max Meister: Der Deal basiert auf drei Säulen: Erstens sichert sich Microsoft Rechenkapazität aus Mistrals europäischer Infrastruktur. Zweitens sind Mistrals aktuelle Modelle, das sogenannte Modell Medium 3.5, sofort direkt in Microsofts Plattformen verfügbar. Und drittens können Firmen aus Unternehmen in Europa nun wählen, wie sie die KI betreiben. Sei das in der normalen Cloud, in einer angebundenen, eigenen Infrastruktur oder komplett abgeschottet, ganz ohne Verbindung nach aussen. Und das öffnet die Tür vor allem für Banken, Spitäler und die Industrie.

Für Microsoft war es problematisch, dass man bisher sehr stark auf OpenAI gesetzt hat, man hat dort von Beginn weg gross investiert.

Microsoft gilt als grosses Technologieunternehmen und arbeitet bereits eng mit OpenAI, welches hinter ChatGPT steht, zusammen. Was erhält Microsoft konkret von Mistral?

Für Microsoft war es problematisch, dass man bisher sehr stark auf OpenAI gesetzt hat, man hat dort von Beginn weg gross investiert. Nun hat man ein europäisches Modell im Einsatz und ist ebenso in der Lage, vielen europäischen Firmen, die bisher KI nicht genutzt haben, ein Angebot machen zu können. Das ist sicherlich ein grosser Vorteil für Microsoft.

Wie sicher können die Unternehmen sein, dass ihre Daten mit dieser neuen Zusammenarbeit nicht auf US-Servern landen?

Das Kleingedruckte kennen wir noch nicht. Aber es soll die sogenannte Disconnected-Option angeboten werden, wo man komplett losgelöst von der Cloud sein kann. Deshalb kann man durchaus davon ausgehen, dass die Daten nicht auf amerikanischen Servern landen werden.

Der Microsoft-Deal ist auch für den Standort Europa insgesamt sehr relevant.

Was bedeutet das Ganze für die europäische Technologiebranche?

Europa hat bis heute kein einziges Unternehmen, das ein solches Spitzenmodell, ein sogenanntes Frontier-Modell, komplett allein entwickeln kann. Und das wird mit dem technologischen Fortschritt zu einem immer grösseren Risiko für die Wirtschaft, aber auch für die Sicherheit. Mistral ist im Moment der einzige ernsthafte europäische Kandidat dafür. Und deshalb ist der Microsoft-Deal auch für den Standort Europa insgesamt sehr relevant.

Profitiert Mistral ebenfalls durch diese Zusammenarbeit?

Ja, auf jeden Fall. Mistral hat in den neuesten Benchmarking-Studien gegenüber den chinesischen, aber auch den amerikanischen Anbietern nicht unbedingt gut abgeschnitten. Durch diese Partnerschaft mit Microsoft ist es nun wieder eine grosse Chance für Mistral, aber auch für Europa, hier wieder an die beiden führenden Nationen anzuschliessen.

Das Gespräch führte Vera Deragisch.

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SRF 4 News, 22.7.2026, 8:15 Uhr ; 

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