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Landwirtschaft unter Druck Höhere Preise, steigende Kosten: Bauern-Einkommen stagnieren

Zwischen marktmächtigen Lieferanten und dominanten Abnehmern wird die Schweizer Landwirtschaft zunehmend eingeklemmt.

Eine neue Recherche von Faire Märkte Schweiz (FMS) kommt zum Schluss, dass die Schweizer Landwirtschaft zunehmend unter Druck gerät. Viele Betriebe sind mit gestiegenen Preisen für Produktionsmittel und einem intensiven Preiswettbewerb im Detailhandel konfrontiert. Trotz höherer Erlöse habe sich die Einkommenslage vieler Bauern seit 2020 kaum verbessert.

Das Einkommen der Bauern stagniert

Die Auswertung von Faire Märkte Schweiz zeigt, dass die Erlöse (Produktionswert) der Bauern seit 2020 insgesamt um rund eine Milliarde Franken gestiegen sind. Dennoch hat sich der Einkommen der Betriebe kaum verbessert. Von den Preiserhöhungen beim Absatz, besonders im Detailhandel, profitieren die Bauern nur geringfügig. Rund drei Viertel der Mehreinnahmen wurden in Form höherer Vorleistungskosten wieder zunichte gemacht.

Wer steht hinter dem Verein Faire Märkte Schweiz?

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Faire Märkte Schweiz (FMS) wurde 2023 gegründet. Der Verein engagiert sich für faire Märkte und gegen den Missbrauch von Marktmacht in der Schweiz. Dadurch sollen überhöhte Konsumentenpreise vermieden und angemessene Produzentenpreise sichergestellt werden.

Der Verein Faire Märkte Schweiz setzt sich zusammen aus Markt- und Wettbewerbsexperten sowie  Vertretenden aus Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt/Tierschutz und Recht.

Präsident von FMS ist Stefan Flückiger, ausgebildeter Landwirt und ETH-Absolvent in Agrarökonomie.

Samuel Guggisberg, Landwirt aus Zimmerwald (BE), bewirtschaftet 25 Hektaren Land und baut vor allem Kartoffeln an. Laut ihm müssten die Absatzpreise steigen und die Bauern und die Betriebe noch effizienter werden, um die gestiegenen Kosten auffangen zu können. Den Akteuren im Vorleistungsbereich seien gewissermassen auch die Hände gebunden, da diese ebenfalls mit gestiegenen Kosten konfrontiert seien.

Vorleistungskosten bleiben konstant hoch

Während der Corona-Zeit haben die Preise etwa für Futtermittel, Saatgut, Pflanzenschutzmittel und Energie stark angezogen und sind seither auf einem hohen Niveau geblieben.

Gleichzeitig war der Detailhandel bereit, die Preise für landwirtschaftliche Produkte in den letzten Jahren zu erhöhen, er strebt aber weiterhin eine Tiefpreispolitik zugunsten der Konsumenten an. Das führt dazu, dass trotz der Preiserhöhungen im Supermarkt und der Gastronomie, Bauernbetriebe nur bedingt profitieren, da die Vorleistungen seit 2020 um 745 Millionen gestiegen sind.

Fehlende Balance in den Marktstrukturen

Stefan Flückiger, Geschäftsführer vom Verein Faire Märkte Schweiz, sieht die Ursache hoher Produktionskosten in den Marktstrukturen: Die Märkte würden weitgehend von marktmächtigen Unternehmungen dominiert, sodass Landwirte wenig Verhandlungsspielraum oder Ausweichmöglichkeiten hätten.

Mann in Traktor, der eine Maschine zieht
Legende: Samuel Guggisberg führt einen diversifizierten Bauernhof. Er baut Kartoffeln an hat eine Pouletmast und vermietet Erntemaschinen samt Traktoren an Berufskollegen SRF

Viele dieser Unternehmungen sind global agierende Konzerne wie Bayer, Syngenta oder die Schweizer Agrargenossenschaft Fenaco. Der Milliardenkonzern Fenaco schreibt zu den Marktstrukturen: Als Genossenschaft wolle sie die wirtschaftliche Entwicklung der Bauernbetriebe stärken und möglichst attraktive Konditionen im Vorleistungsbereich anbieten. Bei Energie und bestimmten Dienstleistungen seien die Spielräume jedoch begrenzt.

Bauernverband nimmt Absatzpreise ins Visier

Für den Direktor des Schweizerischen Bauernverbands Martin Rufer, sind die Vorleistungspreise derzeit weniger ein Dorn im Auge. Seit zwei Jahren habe man eine Stabilisierung der Preise.

Für den Bauernverband entscheidend sei nun, dass die Absatzpreise im Detailhandel verbessert werden.

10vor10, 13.2.2026, 21:50 Uhr ; 

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