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Luxus-Kaufhaus Saks insolvent Die Saks-Pleite ist Sinnbild für den Wandel beim Einkaufen

Luxus-Kaufhäuser haben es immer schwerer – denn auch teure Marken sind im Web erhältlich. Hinzu kommen die Markenshops.

Letzte Woche hatte der finanziell angeschlagene Luxus-Warenhauskonzern Saks Global in den USA Gläubigerschutz beantragt. Im Grunde ist der Konzern mit seinen Filialen im ganzen Land also pleite.

Laut US-Recht gemäss «Chapter 11» erhält der Luxus-Einzelhändler damit die Möglichkeit, einen tatsächlichen Konkurs etwa durch eine Umschuldung mit den Gläubigern noch abzuwenden.

Saks Global gab denn auch bekannt, man habe eine Finanzierungszusage in Höhe von rund 1.75 Milliarden Dollar. Auch der Geschäftsführer wurde ausgetauscht.

Bei Fusion massiv übernommen

Saks Global war 2024 aus der Fusion der US-Luxuskaufhausketten Saks Fifth Avenue und Neiman Marcus entstanden – letztere hatte für Saks sage und schreibe 2.5 Milliarden hingeblättert.

Dabei habe man sich wohl übernommen, sagt Heike Buchter, Wirtschafts­korrespondentin in New York. «Der grösste Teil dieser Summe musste man sich borgen.» Und weil der neue Konzern diese Schulden jetzt nicht mehr bedienen kann, musste er Insolvenz anmelden.

In den Shoppingmalls der ländlichen USA sind die Geschäfte von Neiman Marcus und Saks oft die Hauptattraktionen.
Autor: Heike Buchter Wirtschafts- und Börsenkorrespondentin mit Sitz in New York City

Zumindest vorerst bleibt das wichtigste Kaufhaus von Saks, jenes in der 5th Avenue in New York, aber geöffnet. Das ist wichtig, denn das Etablissement in New York ist das wichtigste und traditionellste Luxus-Kaufhaus in der US-Finanzmetropole.

Ob Designerkleider, Schmuck oder Luxuskosmetik  – alles ist bei Saks in New York seit 1867 zu haben. Damit hatte Saks wesentlich dazu beigetragen, dass die Stadt zum wichtigsten Shopping-Mekka der Welt wurde.

Schlecht für Shoppingmalls

USA-weit dürften allerdings viele Saks-Filialen geschlossen werden. Und das wiederum werde zu einem zusätzlichen Problem der ohnehin schon leidenden riesigen Shoppingmalls in den USA, so Buchter: «Dort sind die Geschäfte von Neiman Marcus und Saks oft die Hauptattraktionen.»

Es gibt genügend Leute, die viel Geld für Luxus ausgeben – aber sie geben ihr Geld anders aus.
Autor: Heike Buchter Wirtschafts- und Börsenkorrespondentin mit Sitz in New York City

Wenn diese Filialen schlössen, werde der Standort auch für viele der umliegenden anderen Läden in der Shoppingmall unattraktiv. «Die Pleite von Saks ist für die Shoppingmalls und die ländlichen USA denn auch eine schlechte Nachricht», so die Börsenkorrespondentin.

Für Buchter ist klar: Das Konzept Kaufhaus fällt immer mehr aus der Zeit. Gründe sind das Internet und die immer mehr aufkommenden Markenläden: «Es gibt immer noch genügend Leute, die viel Geld für Luxus ausgeben – aber sie geben ihr Geld anders aus», so Buchter.

Kaufhäuser haben ausgedient

Die teuren Marken sind inzwischen bequem im Internet in den firmeneigenen Shops zu kaufen. Und wer die Luxusartikel vor dem Kauf in die Hand nehmen und begutachten will, besucht halt die Boutique von Prada oder die einer anderen Luxusmarke. Dafür braucht es die grossen Kaufhäuser nicht mehr, die alle Marken unter einem Dach anbieten.

Läden mit Secondhand-Artikeln sind in New York der neuste Hit.
Autor: Heike Buchter Wirtschafts- und Börsenkorrespondentin mit Sitz in New York City

Und das wiederum sorgt für einen Teufelskreis: Je weniger Leute ins Saks-Kaufhaus kommen, desto weniger Umsatz macht dieses, was es umso schwieriger macht, den Standort zu halten. Je mehr Kaufhäuser aber in den Innenstädten verschwinden, desto weniger Leute kommen für den Einkauf dorthin, was auch die noch verbliebenen Shops zur Aufgabe zwingt.

«Man muss sich also neu erfinden», sagt Korrespondentin Buchter. Derzeit sei im New Yorker Shoppingbereich Vintage gross angesagt: «Entlang der ehemaligen Einkaufsstrassen blühen jetzt Läden mit Secondhand-Artikeln. Das ist hier in New York der neuste Hit.»

SRF 4 News aktuell, 19.1.2026, 6:55 Uhr ; 

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