Manager-Saläre: Transparenter, aber höher

Überrissene Löhne und Boni-Exzesse verhindern: Das war das Ziel der Abzocker-Initiative, die das Stimmvolk vor zwei Jahren angenommen hat. Entfaltet die Initiative bereits Wirkung? Die Beratungsgesellschaft hkp group hat die Geschäftsberichte wichtiger Schweizer Unternehmen unter die Lupe genommen.

Martin Pfändler von der Beratungsgesellschaft hkp group sieht bereits erste Spuren der Minder-Initiative in den Vergütungsberichten: «Die Unternehmen legen ihre Vergütungen – die der Geschäftsleitung und der Verwaltungsräte – transparenter dar.»

Das heisst: Die Aktionäre sehen genauer, wie Löhne oder Bonuszahlungen zustande kommen. Und können so besser beurteilen, ob die Vergütungen gerechtfertigt sind. Ob sie die Leistung eines Managers honorieren, ob sie die Geschäftsentwicklung oder den Börsenwert eines Unternehmens widerspiegeln.

Diese verbesserte Transparenz ist aber nicht nur Folge der Initiative von Thomas Minder: «Diese Transparenz ist auch Standard, insbesondere auch international, und die Schweiz passt sich in einer gewissen Richtung an.» Die Vergütungen richteten sich daher auch stärker nach der Leistung einer Führungskraft, sagt Pfändler.

Anpassung an internationale Gegebenheiten

Inwieweit die Initiative aber auch die Höhe der Löhne und Boni beeinflusst, und ob sie tatsächlich so genannte Lohnexzesse verhindert, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen, so Pfändler weiter: «Ich glaube, es ist etwas früh, dass man in dieser kurzen Zeit eine Auswirkung auf deren Höhe sieht. Insbesondere auch, da die Minder-Initiative oder die Verordnung des Bundesrates ja keine Löhne begrenzt.»

Ein Sitzungszimmer mit schwarzen Ledersesseln. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Vergütungen können von den Aktionären nun besser nachvollzogen werden. Keystone/Symbol

Verboten sind gewisse Zahlungen, beispielsweise zum Antritt einer Stelle. Aber wie hoch ein Lohn oder ein Bonus sein darf, entscheiden die Aktionäre eines Unternehmens – und der Markt.

Pfändler von der hkp group verweist auf den hohen Anteil internationaler Firmen in der Schweiz: «Die müssen sich in ihrer Vergütung an internationalen Marktgegebenheiten ausrichten. Das ist nicht der Schweizer Markt.»

Löhne in den letzten Jahren weiter gestiegen

Gerade deshalb seien die Managerlöhne in der Schweiz im internationalen Vergleich hoch. Und sie sind im vergangenen Jahr weiter gestiegen: um fast ein Fünftel gegenüber 2013. Das sei aber im Einklang mit den besseren Unternehmensergebnissen, heisst es bei der hkp group. Im Durchschnitt erhielt der Chef eines im Swiss Market Index vertretenen Unternehmens etwas mehr als sieben Millionen Franken.