- Die Firmenkonkurse in diesem Jahr steuern auf ein Rekordniveau zu.
- Konkret stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen in den Monaten Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr um fast 76 Prozent auf 2361.
- Auch Privatpersonen meldeten deutlich häufiger Konkurs an.
Grund für den starken Anstieg ist eine Gesetzesänderung von Anfang letzten Jahres, die sich jedoch erst ab Mai 2025 auszuwirken begann: Neu müssen auch Steuerbehörden und Sozialversicherungen Unternehmen betreiben, um an Geld zu kommen. Viele bereits kurz vor dem Konkurs stehende Firmen hätten vorher die Pleite noch herauszögern können, was nun nicht mehr der Fall sei.
«Damit setzt sich eine beispiellose Konkurswelle fort, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 ihren Anfang nahm», schreibt der Gläubigerverband Creditreform in einer Mitteilung. Sollte der Trend anhalten, könnte es in diesem Jahr über 14'000 Firmenpleiten geben, prognostiziert Creditreform. Damit würde der Rekord aus dem Vorjahr mit 11'915 Konkursen noch einmal deutlich übertroffen werden.
Ein klares Plus gab es auch bei den Konkurspublikationen aufgrund von Mängeln in der Organisation. Diese stiegen um fast ein Drittel an. Ein Grund könnte sein, dass die Konkursämter aufgrund der hohen Last diese Fälle zunächst weniger hoch priorisiert hatten, heisst es weiter. Zudem könnte es deutlich mehr Personen geben, «die in ihren Unternehmen bewusst einen gesetzeswidrigen Zustand in Kauf nehmen und sich ihrer Verantwortung entziehen».
Privatkonkurse steigen – Neugründungen ziehen an
Weiter zugenommen haben auch die Privatkonkurse von lebenden Personen. Diese stiegen um 43 Prozent auf 281 an. Der Trend aus dem Vorjahr setzte sich damit fort. Für das Gesamtjahr erwartet der Gläubigerverband aber einen Wert in etwa auf Vorjahresniveau. Dagegen waren die Konkurse nach dem Ableben einer Person, infolge von ausgeschlagenen Nachlässen durch die Nachkommen, um 4.1 Prozent rückläufig.
Auf der anderen Seite gab es in den ersten beiden Monaten 2026 3.3 Prozent mehr Neugründungen. Insgesamt wurden 9372 Firmen neu in das Handelsregister eingetragen. Jedoch stieg die Zahl der Löschungen mit 7.2 Prozent noch etwas stärker an.
Für das laufende Jahr erwartet Creditreform ein Wachstum der Neueintragungen um 3.3 Prozent auf 37'500. Das Plus bei den Löschungen soll mit 2.9 Prozent etwas darunter ausfallen. Netto dürften der Prognose zufolge 22'600 Firmen mehr hinzukommen, was einem Plus von 4.0 Prozent entspricht.