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Nach Börsengang von SpaceX Investieren in ETFs – das müssen Sie wissen

Seit dieser Woche sind die Aktien von SpaceX im Index Nasdaq 100 gelistet. Aufnahmen in andere Indizes folgen. Das hat Folgen für alle, die in ETFs investieren. Darauf müssen Sie achten.

Was ist ein ETF? Ein «Exchange Traded Fund» ist ein an der Börse gehandelter Fonds. Der Fonds wird passiv gemanagt, das heisst, er folgt einem Index. Im Gegensatz zu aktiven Fonds, bei denen ein Manager oder eine Managerin Aktien auswählt, kauft und verkauft, sogenannt «aktiv handelt». Der ETF-Handel ist ein vollautomatisierter Prozess. Man spricht auch davon, dass der ETF einen Index nachbildet. Gemeint ist: Der ETF entwickelt sich gleich wie der Index.

Die Tech-Dominanz wird eher noch grösser. Dessen muss man sich bewusst sein.
Autor: Matthias Geissbühler Anlagechef Raiffeisen

Was ist ein Index? Ein Index ist ein Korb, der aus ausgewählten Aktien oder anderen Wertschriften besteht. Der Swiss Market Index (SMI) ist etwa ein Index. Er enthält die Aktien der zwanzig grössten Schweizer Unternehmen. Die weltweit grössten Indizes sind der MSCI World, der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average.

Person betrachtet zwei Bildschirme mit Diagrammen und Fotos in einem Büro.
Legende: Börsenhandel ist längst nicht mehr nur Sache von Profis, wie hier an der Schweizer Börse SIX. Doch Laien sollten sich fürs Anlegen entsprechend weiterbilden und informieren. Keystone/ CHRISTIAN BEUTLER

Das sind die Vorteile von ETFs: Der Kerngedanke der ETFs war die einfache Diversifikation, also die Verteilung des Risikos auf mehrere Aktien. ETFs sind kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds. «Es ist eine einfache Möglichkeit, in einen diversifizierten Korb von Wertschriften auf einen Schlag zu investieren», erklärt Tonia Zimmermann, Mitgründerin der Finanzinformations- und Ausbildungsplattform Umashroom. Ohne ETF müsste man die einzelnen Aktien eines Index handeln.

Deshalb diskutiert man beim Börsengang von SpaceX über ETFs: SpaceX war ein Mega-Börsengang. Seit dieser Woche sind die Aktien Teil des Nasdaq-100-Index. In Zukunft werden die Aktien auch in andere Indizes, also Körbe, aufgenommen. Das bedeutet: Alle ETFs, die sich an diesen Indizes orientieren, sind beeinflusst. Zudem wächst die Tech-Dominanz an der Börse. Die Frage ist, ob die Diversifikation (Streuung, Risikoverteilung) verloren geht.

Man sollte nur in Produkte investieren, die man versteht und deren Funktionsweise man nachvollziehen kann.
Autor: Tonia Zimmermann Co-Gründerin Finanz- und Ausbildungsplattform Umashroom

ETF als Klumpenrisiko? Ein ETF ist immer so riskant wie der Index, den er abbildet. Matthias Geissbühler, Anlagechef der Raiffeisen, gibt ein Beispiel: «Der ETF auf dem Weltaktienindex beinhaltet über 1200 Aktien. Das ist auf den ersten Blick sehr breit. Aber fast 75 Prozent davon sind US-Aktien und die Technologiewerte machen fast ein Drittel aus», sagt er. Die Tech-Dominanz werde durch die Mega-Börsengänge wie SpaceX eher noch grösser. «Dessen muss man sich bewusst sein», sagt Geissbühler. Er wie auch Tonia Zimmermann weisen darauf hin, dass es verschiedene Indizes und ETFs gibt. Viele Indizes seien nach Marktgewichtung konzipiert. Das heisst: Je grösser ein Unternehmen ist, desto dominanter ist es auch im Index. Aber das muss nicht sein. «Es gibt zum Beispiel auch Indizes, die gleich gewichtet sind. Das heisst, alle Titel im Index haben genau das gleiche Gewicht», sagt Tonia Zimmermann. Diversifikation gelingt auch über diverse ETFs (zum Beispiel auch über verschiedene Länder und Währungsräume).

Das muss ich mir als Kleinanlegerin überlegen: Wer in einen ETF investieren will, sollte sich bewusst sein, auf welchen Index dieser sich bezieht. Oder aber man wählt aktiv gemanagte Fonds, bei denen eine Finanzexpertin Risiken abwägt. Solche Fonds sind teurer als ETFs. Generell empfiehlt Tonia Zimmermann beim Anlegen: «Einfach ist oft besser als kompliziert», sagt sie. «Wir sehen, dass sich einfache Portfolios oft besser entwickeln als superkomplexe. Und man sollte immer nur in Produkte investieren, die man versteht und deren Funktionsweise man nachvollziehen kann.»

Rendez-vous, 7.7.2026, 12.30 Uhr;liea

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