Darum geht es: Die Schweizerische Nationalbank hat ihre neue Banknotenserie präsentiert. Das Lausanner Designbüro Emphase hat den Gestaltungswettbewerb der Schweizerischen Nationalbank für die neue Banknotenserie gewonnen. Ihr Entwurf zum Thema «Die Schweiz und ihre Höhenlagen» setzte sich im mehrstufigen Wettbewerb zuletzt gegen fünf weitere Konzepte durch, wie die SNB an einer Medienkonferenz mitteilt. Die SNB beauftragt nun das Westschweizer Emphase-Team mit der grafischen Entwicklung der zehnten Schweizer Banknotenserie. In ihrem Entwurf zieren auf der einen Seite verschiedene Pflanzen die Banknoten, auf der anderen Seite sind es Sujets aus Architektur, Kultur, Verkehr und Landschaft.
Das ist die neue Banknotenserie
-
Bild 1 von 6. Bildquelle: SNB / ZVG.
-
Bild 2 von 6. Bildquelle: SNB / ZVG.
-
Bild 3 von 6. Bildquelle: SNB / ZVG.
-
Bild 4 von 6. Bildquelle: SNB / ZVG.
-
Bild 5 von 6. Bildquelle: SNB / ZVG.
-
Bild 6 von 6. Bildquelle: SNB / ZVG.
So verlief der Gestaltungswettbewerb: Am Wettbewerb beteiligten sich ursprünglich mehr als 300 in der Schweiz tätige Gestalterinnen und Gestalter. Die SNB wählte daraus zwölf Konzepte aus, die in mehreren Phasen beurteilt wurden. Neben einem Expertenbeirat beteiligten sich auch über 100'000 Personen an einer öffentlichen Abstimmung im Sommer 2025.
Die Finalisten des Wettbewerbs für das neue Banknoten-Design
-
Bild 1 von 6. Die Gewinner des Wettbewerbs: Konzept J von Emphase Sàrl. Bildquelle: SNB.
-
Bild 2 von 6. Konzept B: Norr Design AG. Bildquelle: SNB.
-
Bild 3 von 6. Konzept G: Skala Design GmbH. Bildquelle: SNB.
-
Bild 4 von 6. Konzept H: Studio Marcus Kraft. Bildquelle: SNB.
-
Bild 5 von 6. Konzept K: Custer Waller Sagl. Bildquelle: SNB.
-
Bild 6 von 6. Konzept L: Maxitype Sàrl. Bildquelle: SNB.
Es gilt eine Annahmepflicht: Banknoten sind in der Schweiz gesetzliches Zahlungsmittel. Gemäss Währungs- und Zahlungsmittelgesetz müssen sie zur Begleichung von Geldschulden grundsätzlich landesweit angenommen werden. Händler können die Barzahlung aber ausschliessen, sofern sie dies vor der Leistung etwa in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder auf einem Hinweisschild klar kommunizieren. Eine Besonderheit: Während Banknoten unbegrenzt akzeptiert werden müssen, sind Münzen pro Zahlung auf 100 Stück beschränkt.
Cash-Umfang in der Schweiz: 2024 waren durchschnittlich rund 514 Millionen Banknoten im Umlauf – im Gesamtwert von rund 73.3 Milliarden Franken. Wertmässig dominiert die 1000-Franken-Note, die nahezu die Hälfte des gesamten Notenumlaufwerts ausmacht. Der hohe Anteil der grossen Notenabschnitte deutet darauf hin, dass Banknoten nicht nur als Zahlungs-, sondern in erheblichem Umfang auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden.
Zuständigkeit für den Druck: Gedruckt werden die Banknoten im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank bei Orell Füssli. Das Zürcher Traditionsunternehmen ist auf Sicherheitsdruck spezialisiert. Die erste Banknotenserie der Nationalbank (1907) wurde nicht vollständig in der Schweiz gedruckt. Mehrere ausländische Sicherheitsdruckereien waren beteiligt, darunter britische und französische Spezialisten. Grund: In der Schweiz fehlte zunächst Erfahrung im Banknotendruck Die Herstellkosten einer Banknote für Entwicklung, Papier und Druck betragen bei den Noten der aktuellen Serie im Durchschnitt rund 40 Rappen.
Die Schweizer Banknotenserien über die Jahre
-
Bild 1 von 9. Die erste Banknotenserie der SNB: Die Zeit zwischen der Gründung der SNB im Jahr 1906 und der Öffnung ihrer Schalter genügte nicht, um neue Noten zu schaffen. Deshalb entschied man, diese Interimsnoten nach dem Notenbildmuster der früheren Emissionsbanken zu drucken und zusätzlich mit einer roten Rosette mit Schweizer Kreuz zu versehen. Bildquelle: SNB.
-
Bild 2 von 9. Die 5-Franken-Münze wurde damals im Kriegsfall oder während schwerer Krisen gehortet und somit weitgehend dem Zahlungsverkehr entzogen. Die SNB produzierte deshalb diese 5-Franken-Note. Sie ist Teil der zweiten Banknotenserie, die zwischen 1911 und 1914 erstmals ausgegeben wurde. Bildquelle: SNB.
-
Bild 3 von 9. Die Kriegsnote: 1918 wurde diese Note als sogenannte Kriegsnote entworfen und ausgegeben. Darauf zu sehen ist Wilhelm Tell. 1930 folgte eine 20-Franken-Note. Sie gehören zur dritten Banknotenserie der SNB. Bildquelle: SNB.
-
Bild 4 von 9. Die Reservenoten: Während des Zweiten Weltkriegs haben die beiden Maler Victor Surbeck und Hans Erni von der SNB den Auftrag erhalten, neue Noten zu gestalten. Keine Noten dieser Serie (der vierten) wurden jedoch je in Umlauf gesetzt. Die Banknoten dienten als Reserve. Bildquelle: SNB.
-
Bild 5 von 9. Die vier höchsten Bahnknoten der fünften Serie bilden erstmals in der Schweizer Banknotengeschichte eine thematische und formale Einheit, indem das Porträt der Vorderseite jeweils mit dem Sujet der Rückseite zusammenhängt. Ausserdem wurde 1956 erstmals eine 10-Franken-Note nicht nur gedruckt, sondern auch ausgegeben. Bildquelle: SNB.
-
Bild 6 von 9. Ende der sechziger Jahre überdachte die SNB ihre Politik betreffend Gestaltung und Herstellung der Noten vollständig neu. Für die sechste Banknotenserie (1976) übernahm die Nationalbank zum ersten Mal die alleinige Federführung bezüglich Planung, Organisation und Realisation. Bildquelle: SNB.
-
Bild 7 von 9. Die Noten der siebten Banknotenserie (1984) wurden nie herausgegeben, sondern dienten lediglich als Reserve. Die siebte Serie war die letzte Reserveserie. Anstelle einer Reserveserie wurde das Sicherheitssystem der Banknoten der achten Serie laufend weiterentwickelt. Bildquelle: SNB.
-
Bild 8 von 9. Bei der Gestaltung der achten Banknotenserie 1995 kam erstmals elektronische Bildbearbeitung zum Einsatz. Zudem wurde das Sicherheitskonzept angepasst. Neu gab es transparente Sicherheitsmerkmale. Die SNB hat diese Banknoten per 30. April 2021 zurückgerufen. Sie sind somit keine offiziellen Zahlungsmittel mehr. Bildquelle: SNB.
-
Bild 9 von 9. Die neunte Banknotenserie wurde seit 2016 gestaffelt in Umlauf gebracht. Als erste Note wurde im April 2016 die 50-Franken-Note herausgegeben. Den Schluss bildet die 100-Franken-Note, sie wurde am 12. September 2019 ausgegeben. Die Noten gelten als offizielles Zahlungsmittel. Bildquelle: Keystone/ALESSANDRO CRINARI.
Lebensdauer der Banknoten: Die 10er-, die 20er- und die 50er-Note, die für Zahlungen sehr gebräuchlich sind, weisen eine Lebensdauer von durchschnittlich drei bis sechs Jahren auf. Die Lebenserwartung der 100er-, der 200er- und der 1000er-Note liegt höher.
So geht es weiter: Das endgültige Aussehen der Notenscheine kann sich noch deutlich vom Wettbewerbsentwurf unterscheiden. Über das finale Design entscheidet der Bankrat der SNB. Die Ausgabe der neuen Banknoten wird frühestens Anfang der 2030er-Jahre erwartet.Die zwölf eingereichten Entwürfe werden vom 5. bis 15. März im Forum der SNB an der Fraumünsterstrasse in Zürich ausgestellt.