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«Pressure Index» Neuer Index zeigt, wann die Märkte Trump zum Kurswechsel zwingen

Die Deutsche Bank hat einen Index entwickelt, der den politischen Druck auf den US-Präsidenten Donald Trump sichtbar machen soll. Der Index soll den jeweiligen Zeitpunkt zeigen, zu dem Trump einknickt und von seinem Vorhaben, beispielsweise von den Zöllen oder einer militärischen Aktion in Grönland, abkehrt. Börsenkorrespondent Jens Korte erklärt, wie dieser funktioniert und was sich daraus aktuell ablesen lässt.

Jens Korte

Freier Börsenjournalist

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Jens Korte berichtet von der Wallstreet in New York. Bereits seit 1999 arbeitet er dort für verschiedene Medien, darunter für SRF. Im Jahr 2003 gründete er die Firma nygp – New York German Press. Korte hat eine Lehre zum Industriekaufmann abgeschlossen und ein Studium der Volkswirtschaft in Berlin absolviert.

Was misst dieser neue Index der Deutschen Bank?

Die Deutsche Bank hat einen Index ermittelt, der Wendepunkte sichtbar machen soll, bei denen der Druck der Märkte auf das Weisse Haus so hoch wurde, dass der politische Kurs wieder geändert wurde. Der Index funktioniert also als eine Art «Fieberthermometer», das Wendepunkte sichtbar macht.

Was bringt dieser Index?

Letztendlich ist es für Banken oder für Investoren insgesamt immer gut, Anhaltspunkte zu haben, wann sich Dinge möglicherweise ändern könnten. Wenn wir an die letzten Monate zurückdenken, gab es viele Momente an den Märkten, an denen es Entscheidungen aus dem Weissen Haus gab, die dann eben dazu führten, dass der politische Kurs teilweise geändert wurde.

Lässt sich etwas aus dem Index zu den weiteren Aktionen der USA im Iran-Krieg ableiten?

Gemäss dem Index ist der Druck auf die US-Regierung derzeit so hoch, wie noch nie seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit. Die Aktienkurse waren zuletzt stark gefallen. An den Bondmärkten ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass durch den Iran-Krieg auch die Benzinpreise weiter steigen. Das drückt auf die Stimmung der Konsumenten und entsprechend der Wähler. Demnach könnte der Index zeigen, weshalb die amerikanische Regierung bemüht ist, diesen Krieg zu beenden.

Wie aussagekräftig ist der Index der Deutschen Bank tatsächlich?

Banker mögen Zahlen, Grafiken und Kurven, anhand deren man möglicherweise abschätzen kann, wie sich bestimmte Dinge entwickeln. Aber solche Modelle sind mit Vorsicht zu geniessen. Sie funktionieren oft besser im Rückblick, wenn Wendepunkte bereits sichtbar sind. Zudem darf man nicht vergessen, dass nicht nur Washington die Entscheidungen trifft. Im Krieg haben die Regierung in Teheran oder auch Israel ein Wörtchen mitzureden. Aber natürlich enthält der Index auch ein Fünkchen Wahrheit. Denn es ist ein valider Punkt, dass der Druck auf die amerikanische Regierung im wichtigen Wahljahr vor den Midterm-Wahlen auch innenpolitisch gross ist.

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SRF4 News, 25.3.26, 16:52 Uhr ; 

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