- Die Aktien der Zuger Investmentfirma Partners Group sind am Mittwoch an der Schweizer Börse eingebrochen – das Minus betrug bei Börsenschluss 16.3 Prozent.
- Auslöser war ein Bericht, wonach die Firma von Co-Gründer Alfred Gantner die Rücknahmen bei einem seiner Private-Equity-Fonds eingeschränkt hat.
- Beim betroffenen Fonds handelt es sich um einen sogenannten «Evergreen»-Fonds mit einem Umfang von rund 8.6 Milliarden Dollar, welcher in Firmenanteile von nicht börsenkotierten Unternehmen investiert.
Um Investoren zu beruhigen, bestätigte das Schweizer Unternehmen nach dem Einbruch gestern seine Prognose für die Neugelder im Gesamtjahr 2026 von 26 bis 32 Milliarden Dollar und spricht von einem «soliden Wachstum» für das erste Quartal. Vorbörslich erreichten die Partners Group am Donnerstagmorgen dann auch ein Plus von 2 Prozent.
Der Swiss Market Index (SMI) hatte am Mittwoch 0.66 Prozent im Minus geschlossen – dies auch wegen des Minus der Partners Group (-16.3 Prozent) die zu den 20 grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz gehört. waren regelrecht eingebrochen auf ein Mehrjahrestief. Auslöser war ein Bericht, wonach der Privatmarktspezialist die Rücknahmen bei einem seiner Private-Equity-Fonds eingeschränkt hat. Auch Branchenvertreter aus den USA gaben in der Folge um bis zu 4.5 Prozent nach.
Andreas Venditti, Analyst der Bank Vontobel, erklärte gegenüber SRF, dass im Fonds hauptsächlich Privatkunden investiert seien: «Diese haben aufgrund der geopolitischen Lage über die letzten Wochen und Monate Befürchtungen – und möchten einen Teil des Geldes abziehen.»
Werden Kunden weitere Gelder abziehen?
Offenbar war das zu viel für die Partners Group, sie hat daraufhin nämlich die Rücknahmen auf 5 Prozent des Anlagewerts begrenzt. Ein Sprecher des Unternehmens betonte zwar auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP, dass es sich dabei um einen bereits vorher festgelegten Schutzmechanismus für Anlegerinnen und Anleger handle und der Fonds durchaus genug liquide für Auszahlungen sei – die Aktien reagierten auf die Ankündigung dennoch negativ.
Es sei möglich, dass nun auch Geld von weiteren Fonds der Partners Group abgezogen werden könnte, erklärte Analyst Andreas Venditti. Die Frage sei nun, ob die Kunden das Geld zurückziehen oder zu anderen Fonds wechseln, so Venditti weiter.
Partners Group hatte zuletzt tatsächlich einen gewissen Anstieg bei den Rücknahmebegehren, vor allem vonseiten privater Anleger, beobachtet – dies bestätigte der Sprecher. Allerdings sei das Ausmass klar geringer als bei dem nun betroffenen Fonds. Insgesamt stammen rund 80 Prozent der verwalteten Vermögen bei Partners Group von institutionellen Investoren und etwa 20 Prozent von privaten Anlegern.