Stein des Anstosses ist die Sammelstiftung «Vita» der Zurich-Versicherung. Sie ist eine der grossen Sammelstiftungen: 22'000 Schweizer Betriebe sind ihr angeschlossen, mit rund 150'000 Versicherten. «Vita» verwaltet deren 22 Milliarden Franken Alterssparguthaben.
In diesem Bereich der Zurich-Versicherung führt die Finanzmarktaufsicht (Finma) jetzt ein Prüfverfahren durch. Das bestätigt der Zurich-Konzern gegenüber SRF. In diesem Zusammenhang hat der Versicherungskonzern bereits mindestens zwölf Personen entlassen.
Unregelmässigkeiten bei Akquirierung neuer Kunden
Keine Angaben machen die Finma und die Zurich dazu, worum es inhaltlich genau geht. Gemäss Medienberichten – zuerst hatte der «Sonntagsblick» über den Fall berichtet – sollen die Angestellten der «Vita» Unternehmen angeworben haben, damit diese sich der Sammelstiftung anschliessen.
Zurich-Konzernchef Mario Greco sagte gegenüber dem US-Finanz- und Wirtschaftsmedium «Bloomberg», Auslöser des Verfahrens sei gewesen, dass Kundinnen und Kunden Produkte zu tieferen Preisen angeboten worden seien als mit der Finma vereinbart. «Man hätte den Fehler angesichts interner Kontrollen und Audits selbst entdecken müssen», räumte Greco ein.
Womöglich geht es auch um überhöhte Kosten zulasten der Versicherten. Die Finanzmarktaufsicht hat deshalb einen vorläufigen Anwerbestopp für diesen Bereich des Zurich-Konzerns verfügt.