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Razzia bei der Deutschen Bank Verdacht auf Geldwäsche: Durchsuchung bei der Deutschen Bank

  • Wegen des Verdachts auf Geldwäsche durchsucht die Justiz Gebäude der Deutschen Bank in Frankfurt und Berlin.
  • Beschuldigt werden unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt mitteilte.
  • Hintergrund sind frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die im Verdacht stehen, Geldwäsche betrieben zu haben.

Bei den Durchsuchungen der Deutschen Bank sollten nach Angaben der Ermittler zusätzliche Beweise gesichert werden. Nach Informationen des «Spiegel», der zuvor darüber berichtet hatte, betraten nach 10 Uhr rund 30 Ermittler in Zivil den Sitz der Bank in der Frankfurter Innenstadt. Die Ermittlungen führt die Schwer­punkt­staats­anwalt­schaft für Wirtschaftsstrafsachen Frankfurt am Main gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt (BKA).

Bank bestätigt Durchsuchungen 

Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Durchsuchungen, ohne weitere Angaben zu machen. Die Bank arbeite vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen.

Der genaue Anlass der Durchsuchungen ist noch unklar. «Zu dem Hintergrund der Geschäftsbeziehungen, den über die Deutsche Bank AG erfolgten Transaktionen und deren Umfang sowie zu den Gesellschaften selbst, können keine weiteren Angaben gemacht werden», erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

An der Börse gab der Aktienkurs der Deutschen Bank nach Bekanntwerden der Durchsuchungen zeitweise um rund drei Prozent nach. Der Zeitpunkt der Razzia erfolge nur einen Tag vor der Bilanz-Medienkonferenz für das Jahr 2025. Analysten erwarten für die Deutsche Bank seinen Gewinn von knapp sechs Milliarden Euro. Aber nun muss sich der Vorstandsvorsitzende Christian Sewing kritischen Fragen zur Durchsuchung stellen.

Verspätete Verdachtsmeldungen

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa geht es möglicherweise um Geschäfte im verschachtelten Firmenkonglomerat des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch aus den Jahren 2013 bis 2018. Laut einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» werfen die Ermittler der Deutschen Bank vor, eine oder mehrere Geldwäsche-Verdachtsmeldungen zu Abramowitschs Firmen verspätet an die Behörden übergeben haben.

Gläsernes Hochhaus der Deutschen Bank mit dem rechteckigem Logo in der Glasfassade.
Legende: Am Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main führen die Staatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt eine Razzia wegen Verdachts auf Geldwäsche durch. KEYSTONE/DPA/Boris Roessler

Die Deutsche Bank ist seit Jahren immer wieder mit Vorwürfen der Geldwäsche konfrontiert. So zahlte die Bank im Januar 2017 Bussgelder von 630 Millionen Dollar an US-amerikanische und britische Behörden. Hintergrund waren sogenannte Spiegelgeschäfte, bei denen über zehn Milliarden Dollar aus Russland gewaschen wurden. Wenige Monate später verhängte die US-Notenbank Federal Reserve eine weitere Strafe von 41 Millionen Dollar wegen mangelhafter Kontrollsysteme. 2018 durchsuchten Ermittler die Bankzentrale im Zusammenhang mit den «Panama Papers». 2022 folgte eine Razzia wegen des Verdachts, Geld­wäsche­verdachts­anzeigen zu spät erstattet zu haben. 

Die Finanzaufsicht BaFin hatte der Deutschen Bank daraufhin sogar Prüfexperten in die Zentrale gesetzt, weil Mängel bei der Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nicht wie gefordert beseitigt worden waren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Alexander Wynaendts hatte 2025 vor Investoren betont, die Stärkung der internen Kontrollen bleibe eine Priorität. Im Jahr zuvor hatte die Bank rund 1.7 Milliarden Euro aufwenden müssen, um Rechtsstreitigkeiten etwa um die Übernahme der Postbank abschliessen zu können.

SRF 4 News, 28.01.2026, 16:00 Uhr ; 

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