Worum geht es? Jeff Bezos' Weltraumfirma Blue Origin hat ein Hochgeschwindigkeitsnetz mit dem Namen TeraWave angekündigt. Es richtet sich an Unternehmenskunden und staatliche Stellen und soll unter anderem Datencenter versorgen. Geplant sind insgesamt gut 5400 Satelliten. Die ersten Starts sind für Ende 2027 vorgesehen. Damit verstärkt er die Konkurrenz zu Elon Musks Satelliten-Internetsystem Starlink.
Welche Leistung verspricht Blue Origin? Bei den 5280 Satelliten in niedriger Umlaufbahn sollen es bis zu 144 Gigabit pro Sekunde sein. Bei weiteren 128 Satelliten in mittlerer Umlaufbahn ist sogar von bis zu 6 Terabit pro Sekunde die Rede – 6000-mal schneller als eine Glasfaserleitung.
Ist TeraWave eine direkte Konkurrenz zu Musks Starlink? Noch nicht zwingend. Starklink bietet im Moment vor allem Telefon- und Internetservice für den Massenmarkt an – und richtet sich nicht an Regierungen und Unternehmen. Börsenkorrespondent Jens Korte hält es jedoch für möglich, dass auch Starlink sein Angebot ausweiten dürfte, etwa in Richtung Datencenter und künstlicher Intelligenz.
Geht Starlink dieses Jahr an die Börse? Schon seit längerer Zeit kursieren Gerüchte über einen möglichen Börsengang von SpaceX, der Muttergesellschaft von Starlink. Dazu gibt es wohl Überlegungen, Starlink von SpaceX abzuspalten. Denn Starlink bringt das meiste Geld ein. Ein Börsengang ist laut Jens Korte zwar möglich, aber man weiss es noch nicht. «Ein Grund gegen einen Börsengang sind die Aktionäre. Denn diese sind nicht sehr glücklich, wenn zu grosse Investitionen getätigt werden. Auf der anderen Seite bietet ein Börsengang die Möglichkeit, weiteres Kapital einzuspielen», sagt Korte.
Privatunternehmen im All – wie gross ist dieses Geschäft? Der Markt für kommerzielle Satellitendienste hat laut Korte derzeit ein Volumen von rund 15 Milliarden Dollar. In wenigen Jahren könnte sich das vervielfachen. Er spricht von einem «Wilden Westen im All»: «Es gibt nur wenige Regeln und Regulierung. Alle sind daran interessiert, im Weltall zu investieren – USA, China, Indien.» Auch Ideen wie Datencenter im Weltall würden geprüft, unter anderem wegen der einfacheren Kühlung.