Starlink in den Bergen: Eine Berghütte in den Glarner Alpen, abgelegen, in einem Tal mit Funkloch. Früher gab es hier kaum Internet. Doch nun hat der Hüttenwart ein Gerät von Starlink montiert. Es ist eine Art Satellitenschüssel, die aussieht wie ein kleines Tischchen. Die Internetverbindung kostet beim US-Anbieter derzeit viel weniger als bei der europäischen Konkurrenz und bietet gleichzeitig ein Vielfaches an Leistung. Jetzt kann der Hüttenwart auch den Gästen Internet zur Verfügung stellen. Das Beispiel zeigt: Für abgelegene Orte und schlecht erschlossene Gebiete in der Schweiz kann Satelliteninternet Sinn machen.
Starlink im Krieg: Das Satelliteninternet von Elon Musk ist auch mitentscheidend im Krieg in der Ukraine. Der Milliardär hat den Russen den Dienst vor knapp vier Monaten gekappt. Zuvor hatte die russische Armee Tausende solcher Satellitenschüsseln ins Kriegsgebiet gebracht. Sie werden für die Steuerung der Drohnen und für die Kommunikation generell benötigt. Doch dann hat Elon Musk den Stecker gezogen. Seither geraten die russischen Truppen auf dem Schlachtfeld unter Druck, und die Ukraine hat sich ein Gebiet von der Grösse von 400 Quadratkilometern zurückerobert. Laut einem neuen Bericht des US-Verteidigungsministeriums spielt Starlink dabei eine wichtige Rolle. Mit anderen Worten: Elon Musk entscheidet mit, wie Kriege ihren Verlauf nehmen.
Starlink im Flugzeug: Im Krieg, in den Bergen, in abgelegenen Regionen und vermehrt auch im Flugzeug: Künftig bieten auch die Swiss und Edelweiss Satellitentelefonie von Elon Musk an. So hat die Lufthansa-Gruppe, zu der die beiden Airlines gehören, angekündigt, sämtliche Flugzeuge mit schnellem Internet auszustatten. Als Partner wurde Starlink gewählt. Erste Flüge mit Starlink-Technologie sind ab dem zweiten Halbjahr 2026 geplant. Die vollständige Ausrüstung der Flotte soll bis Ende 2029 abgeschlossen sein.
Hohe Profite: Starlink gehört zur Firma SpaceX, die im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang erstmals detailliertere Zahlen zum Internetgeschäft veröffentlicht hat. Im vergangenen Jahr machte Starlink einen Umsatz von 11.4 Milliarden Dollar und einen operativen Gewinn von 4.4 Milliarden Dollar. Es ist der einzige Geschäftsbereich von SpaceX, der profitabel ist. Der Internetdienst wurde erst vor sechs Jahren aufgeschaltet und zählt nun bereits mehr als zehn Millionen Kundinnen und Kunden. Neben Privathaushalten gehören auch Regierungen, Firmen und Organisationen jeglicher Art zu den Kunden.
Satelliten als Basis: Für das Internet aus dem All braucht es Satelliten. SpaceX hat derzeit 9600 Satelliten in Betrieb, dies seien 75 Prozent der derzeit manövrierfähigen Satelliten im Orbit, schreibt SpaceX. Für weitere 7500 Satelliten hat SpaceX bereits eine Bewilligung. Den Ausbau finanziert das Unternehmen mit dem geplanten Börsengang im Juni.
Die Risiken: Die Dominanz von Elon Musk im All birgt Gefahren. Er kann die Preise diktieren und entscheiden, wer vom Internet aus dem All ausgeschlossen wird. Zudem gibt es Risiken im Betrieb. So nimmt die Gefahr von Kollisionen im All zwischen Satelliten und herumfliegenden Trümmerteilen alter Satelliten zu. Der Platz in der Erdumlaufbahn ist beschränkt und Zusammenstösse werden wahrscheinlicher.