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Schweizer Kinobilanz Erneuter Dämpfer: Schweizer Kinos mit rückläufigen Eintritten

Schweizer Kinos verzeichnen acht Prozent weniger Eintritte: Der Anteil an Schweizer Filmen hingegen ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Kino-Eintritte 2025: Die Schweizer Kinos leiden unter der Konkurrenz von Streaming-Anbietern. Im Vergleich zu vor 10 Jahren sind die Kinoeintritte um 30 Prozent zurückgegangen. Im vergangenen Jahr gab es 9.8 Millionen Besuche, das ist ein Rückgang von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies schreibt der Schweizer Verband für Kino und Filmverleih ProCinema auf Anfrage von SRF. Die Einnahmen aus den Ticketverkäufen schrumpften um sechs Prozent auf rund 160 Millionen Franken. Es sind provisorische Zahlen, die detaillierten Resultate veröffentlicht der Verband zu einem späteren Zeitpunkt.

Weniger grosse Produktionen: «Der Rückgang begründet sich mit einem ausgedünnten Angebot an amerikanischen Mainstream-Filmen vor November 2025 im Vergleich zu 2024. Im Blockbuster-Bereich war das Film-Angebot deutlich hinter vergangenen Jahren, dies vor allem bedingt durch die Streiks in Hollywood», schreibt Ivette Djonova, Geschäftsführerin von ProCinema. Zudem seien bereits angekündigte Filme wie zum Beispiel die Biografie über Michael Jackson auf 2026 verschoben worden. In der Romandie war der Rückgang deutlich ausgeprägter, weil weniger grosse Filme aus Frankreich ins Kino kamen.

Pflegerin vor Krankenbett, Filmausschnitt.
Legende: Heldin: Der Film über die Pflege in einem Spital lockte mehr als 200'000 Menschen in die Schweizer Kinos Zodiac

Schweizer Filme erfolgreich: Trotz allgemein durchzogener Bilanz erfreuen sich Schweizer Filme einer grossen Beliebtheit mit rund einer Million Eintritten. Schweizer Produktionen erreichen den grössten Marktanteil seit 2006 – bei jedem zehnten besuchten Film handelte es sich um eine Schweizer Produktion. Nur gerade 2020, inmitten der Pandemie, war der Marktanteil an Schweizer Filmen in den Kinos noch grösser, damals fehlten aber wegen Corona die grossen Produktionen aus dem Ausland.

Filme aus den USA dominieren: Von den zehn erfolgreichsten Filmen des letzten Jahres in den Schweizer Kinos wurden acht in den USA produziert. Der Film mit den meisten Eintritten war Zootopia 2, in welchem Judy Hopps und Nick Wilde als Detektive gegen ein mysteriöses Reptil ermitteln. Auf Platz zwei der erfolgreichsten Filme landet der Kinderfilm Lilo & Stitch, gefolgt von dem wuchtigen 3D-Streifen Avatar: Fire and Ash. Avatar ist erst im Dezember in die Kinos gekommen, hatte also eine viel kürzere Präsenzzeit. Weltweit hat der dritte Film der Serie von Disney bereits Einnahmen von mehr als einer Milliarde Dollar generiert.

Heldin erfolgreichster Schweizer Film: Gleich sechs Schweizer Produktionen haben es in die Top50 geschafft. Erfolgreichster Schweizer Film ist Heldin. Dabei geht es um die Pflegefachfrau Floria, welche mit Leidenschaft in einem Kantonsspital arbeitet. In einer unterbesetzten Spätschicht stösst sie an ihre Grenzen. Der Regisseurin Petra Volpe ist es gelungen ein aktuelles Thema zum Mangel an qualifizierten Pflegekräften erfolgreich in die Kinos zu bringen.

Weitere erfolgreiche Produktionen: Zu den weiteren Schweizer Produktionen gehören die Filme Hallo Betty (Platz 18 der erfolgreichsten Filme), Downhill Skiers (25), Stiller (39), Game Over – Der Fall der Credit Suisse (40) und Friedas Fall (49). Interessant ist der Vergleich der beiden Filme über die zusammengebrochenen Firmen Swissair und Credit Suisse. Game Over über die CS brachte insgesamt 54'000 Personen ins Kino. Das sind deutlich weniger als der Film zum Grounding der Swissair aus dem Jahr 2006, der damals mit 378'000 Eintritten der erfolgreichste Film des Jahres gewesen war.

SRF 4 Wirtschaft, 09.01. 2026, 16:12; noes

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