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Schweizerische Nationalbank SNB kann dank Gewinn erneut Geld ausschütten

  • Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat 2025 nach provisorischen Berechnungen einen Gewinn von rund 26 Milliarden Franken erzielt.
  • An Bund und Kantone will die SNB 4 Milliarden Franken ausschütten, eine Milliarde mehr als im Jahr zuvor.

Dazu steuerte laut einer Mitteilung vom Freitag der hohe Goldpreis einen ansehnlichen Beitrag bei: Auf dem Goldbestand verbuchte die SNB einen Bewertungsgewinn von 36.3 Milliarden Franken. Auf ihren Fremdwährungspositionen weist die Notenbank einen Verlust von rund 9 Milliarden Franken aus.

Auf Frankenpositionen resultierte ein Minus von 0.9 Milliarden. Die Zuweisung an die Rückstellungen für Währungsreserven wird laut SNB 12.7 Milliarden Franken betragen. Nach Berücksichtigung der Ausschüttungsreserve von 12.9 Milliarden resultiert ein Bilanzgewinn von rund 26 Milliarden.

Fassade der Schweizerischen Nationalbank.
Legende: Der Gewinn ermöglicht der SNB eine Ausschüttung von 4 Milliarden Franken an Bund und Kantone. Keystone/ Peter Klaunzer

Dies ermögliche eine Dividendenzahlung von 15 Franken pro Aktie, was dem im Gesetz festgesetzten maximalen Betrag entspricht, sowie eine Gewinnausschüttung an Bund und Kantone von insgesamt 4 Milliarden Franken, heisst es.

«Ein wahrlicher Goldregen»

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Kurzeinschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Pfander

Bei der Schweizerischen Nationalbank hat ein wahrlicher Goldregen das Jahresergebnis verschönert. Neben der positiven Entwicklung an den weltweiten Aktienmärkten. Gerade beim Gold zeigt sich aber die grosse Herausforderung für die SNB in der momentanen Situation und Weltlage. Wie der Franken gilt das Edelmetall als Anlageklasse für unsichere Zeiten.

Der Franken ist geradezu historisch stark. Ein Dollar kostet aktuell knapp 80 Rappen und beim Euro hat man sich mit einem Preis irgendwo über 90 Rappen ebenfalls längst an Niveaus weit weg von der Parität gewöhnt. Unter all diesen Umständen ihr Mandat der Preisstabilität zu erfüllen und dabei weiterhin das unbeliebte Mittel der Negativzinsen aussen vor zu lassen, bleibt für die SNB anspruchsvoll.

Den Schweizer Kantonen und dem Bund dürfte das gerade egal sein. Sie können mit einer Ausschüttung von 4 Milliarden Franken rechnen, 1 Milliarde mehr als im Vorjahr und immerhin Geld. In den Jahren 2022 und 2023 gingen Bund und Kantone leer aus, weil die SNB Verluste schrieb. Mit einem Minus von 132 Milliarden im 2022 war es sogar der grösste Verlust der Geschichte.

Das führte vielen Kantonen schmerzlich vor Augen, wie ungewiss die Ausschüttungen sind, an die sie sich zuvor während Jahren gewöhnt hatten. Bleibt zu hoffen, dass diese Erfahrung nicht vergessen geht. Denn die SNB-Geschäftsergebnisse sind bei der nach wie vor riesigen Bilanz enormen Schwankungen unterworfen.

Im Vorjahr waren es noch 3 Milliarden. Der ausführliche Bericht zum Jahresabschluss mit den definitiven Zahlen wird am 2. März veröffentlicht.

SRF 4 News aktuell, 09.01.2025, 07:30 Uhr ; 

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