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Sportartikel Weltmarktführer Nike ist aus dem Tritt geraten und strauchelt

Nike präsentiert durchzogene Zahlen, die Nachfrage sei schwach. In der Schweiz aber macht die Branche hohe Umsätze.

Jahresabschluss: Nike hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 46 Milliarden Dollar gemacht, das ist zwar ähnlich viel wie im Vorjahr, aber doch viel schlechter als zu den besten Zeiten. Der Umsatz ist 10 Prozent tiefer als 2024. Unter dem Strich macht Nike im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 3 Milliarden Dollar – ein Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zu vor zwei Jahren. Das Unternehmen schliesst das Geschäftsjahr per Ende Mai ab, deshalb sind es Jahreszahlen.

Wand voll mit Sportschuhen auf Regalen in einem Geschäft.
Legende: Die Laufschuhe sind ein wichtiger Teil des Geschäfts. Doch gerade hier hat Nike Konkurrenz von On aus der Schweiz. Depositphotos

Weshalb ist Nike aus dem Tritt? Es gibt mehrere Gründe: Nike hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark auf den Direktvertrieb fokussiert, und hat dabei die etablierten Geschäfte vernachlässigt. Nike hat sich mancherorts auf der Welt aus den Supermärkten zurückgezogen oder Partnerschaften mit Ketten wie Foot Locker reduziert und der Konkurrenz somit mehr Präsenz in den Regalen ermöglicht. Nike hat sich zu stark auf Online konzentriert und die Sichtbarkeit in den Läden verloren. Die Strategie gilt inzwischen als gescheitert. Weiter hatte sich das Unternehmen vermehrt auf Lifestyle fokussiert, statt auf das ursprüngliche Geschäft des Sports. Diese ganzen Schwierigkeiten zeigen sich auch an der Börse, der Nike-Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um 33 Prozent gefallen.

Schwieriges Umfeld: Die Firmenspitze selbst spricht von einem schwierigen Umfeld. Vor allem in China gehen die Verkäufe zurück, um mehr als 10 Prozent, weil die Menschen dort vermehrt einheimische Marken bevorzugen und US-Produkte meiden. Zudem fehlt mancherorts das Geld. «Unsere Kunden sind rund um die Welt unter Druck» – und das bekommt man im Sportartikelgeschäft zu spüren, sagte Nike-Finanzchef Matthew Friend bei der Präsentation der Geschäftszahlen. Die Menschen seien zurückhaltender beim Kauf von Sportartikeln. Marktanteile hat der US-Hersteller auch an die Konkurrenten aus der Schweiz verloren. Der Laufschuhhersteller On ist auch in den USA erfolgreich. Für die kommenden Monate rechnet Nike mit einem weiteren Rückgang der Umsätze.

Schweizer Markt: Nike zeichnet für den globalen Markt zwar ein skeptisches Bild – für die Schweiz scheint dies aber nicht zuzutreffen. Ein Experte gibt Entwarnung: «Der Sportartikelmarkt in der Schweiz ist recht stabil und kann im laufenden Jahr sogar leicht zulegen», sagt Luca Giuriato vom Marktforschungsunternehmen GfK Schweiz. Im vergangenen Jahr machte die Branche hierzulande einen Umsatz von 2.1 Milliarden Franken, das sind zwar rund vier Prozent weniger als im Spitzenjahr von 2022, aber die Verkäufe liegen immer noch über dem Wert aus der Zeit vor Corona.

Preise unter Druck: «Wir stellen fest, dass die Preise von Sportartikeln in der Schweiz unter Druck sind», sagt Giuriato weiter. Sportschuhe seien im vergangenen Jahr im Durchschnitt um vier Prozent günstiger geworden, Sportkleider sogar um sieben Prozent. Das habe mit der zunehmenden Online-Konkurrenz zu tun. «Es gibt mehr Transparenz und die Preise werden noch intensiver verglichen», sagt der Experte. Der starke Franken führe dazu, dass die Händler die Ware im Ausland günstiger einkaufen könnten, und dadurch seien Rabatte eher denkbar. Die Konsumentinnen und Konsumenten kaufen auch wieder vermehrt im Ausland, der Einkaufstourismus habe leicht zugenommen. Die Konsumentinnen und Konsumenten kaufen etwas mehr als 20 Prozent der Sportartikel ganz oder teilweise im Ausland.

Positiver Effekt der Fussball-Weltmeisterschaft

Box aufklappen Box zuklappen

Nike-Chef Elliott Hill hob einen positiven Effekt der Fussball-WM hervor, die gerade unter anderem im Nike-Heimatmarkt USA ausgetragen wird. Schon zum Start des Turniers habe man zweieinhalbmal mehr Artikel von Nationalmannschaften verkauft als zum gleichen Zeitpunkt bei der vorherigen Weltmeisterschaft 2022, sagte er. Nike ist unter anderem Ausrüster der US-Nationalmannschaft – und löst im kommenden Jahr auch Adidas bei der Deutschen Fussballnationalmannschaft ab.

SRF4 News, 01.07.2026, 16:12; noes

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