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Sprachmodell Gemini Apples Siri soll mithilfe von Google besser zuhören

Apple setzt bei Sprachassistentin Siri neu auf das Sprachmodell Gemini von Google. Warum wählt Apple diesen Weg?

Einfache Frage, absurde Antwort: Dafür ist Siri bekannt. Das Internet ist voll mit Beispielen, wo Apples Sprachassistentin versagt. Siris Aussagen machen so oft keinen Sinn, dass viele Leute sie auf ihrem Smartphone gar nicht mehr aktiviert haben.

Siri könnte Apps kombinieren

Wird nun alles besser für Nutzerinnen und Nutzer, wenn Apple mit Googles Gemini Siri auf die Sprünge helfen will? Das lasse sich im Moment noch nicht eindeutig beantworten, sagt Jürg Tschirren, Digital-Redaktor SRF: «Es könnte bedeuten, dass Siri beispielsweise auf verschiedene Apps auf dem iPhone zugreifen, dort Informationen herausnehmen und kombinieren könnte.» So würde Siri zu einer nützlichen Assistentin werden, die beispielsweise die Buchung einer Reise mit dem eigenen Terminkalender abgleichen könnte.

Alphabet-Aktien im Hoch

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Die Ankündigung, dass Apple künftig auf die Gemini-Technologie von Google setzen will, hat die Bewertung von Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, in neue Sphären katapultiert: Am Montag, 12. Januar, wurde das Tech-Unternehmen an der Börse zum ersten Mal mit mehr als vier Milliarden Dollar bewertet. Alphabet überholte Apple und landete im Ranking der wertvollsten Unternehmen auf Platz zwei – hinter Nvidia und vor Microsoft.

In Bezug auf Künstliche Intelligenz (KI) stand Apple bisher nicht an der Spitze. Im Sommer 2024 kündigte der Tech-Konzern «Apple Intelligence» an – Siri hätte in einer verbesserten Variante auf den Markt kommen sollen. Doch vergangenes Jahr wurde die Veröffentlichung zurückgestellt. Apple musste eingestehen, dass die Entwicklung unter den Erwartungen geblieben war.

Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, selber nicht viel in die KI zu investieren und lieber auf eine Lösung von Dritten zu setzen.
Autor: Jürg Tschirren Digital-Redaktor SRF

Jetzt greift Apple auf die Erfahrung von Google zurück. Es sehe auf den ersten Blick nach etwas Peinlichem für Apple aus, meint Jürg Tschirren: «Aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht, selbst nicht viel in die KI zu investieren und lieber auf eine Lösung von Dritten zu setzen.»

Apple nutzt Googles Erfahrung

Denn Google habe viel Erfahrung mit KI und Assistenten auf dem Smartphone. Da mache es durchaus Sinn für Apple, auf eine Lösung zurückzugreifen, von der man wisse, dass sie funktioniere, gleichzeitig aber im Hintergrund an einer eigenen Lösung weiterzuarbeiten. Und zu schauen, ob bei den Nutzerinnen und Nutzern tatsächlich ein Bedürfnis für die Anwendung auf dem Smartphone vorhanden sei.

Frau mit Smartphone in der Hand, Nachrichtenanzeige auf dem Bildschirm.
Legende: Smartphone-Assistenten wie Siri sollen einem das Leben erleichtern. Keystone/DPA/DANIEL REINHARDT

Für Google wiederum sei die Zusammenarbeit mit Apple eine Stärkung. Während in der Öffentlichkeit Unternehmen wie OpenAI mit ChatGPT bekannter seien, punkte Google bezüglich KI bisher vor allem bei Unternehmen, so Jürg Tschirren.

Mögliche Gefahren

Apple betont jeweils, dass die Privatsphäre seiner Nutzerinnen und Nutzer ein hohes Gut sei. Auch bei dieser KI-Anwendung soll alles auf dem jeweiligen Gerät oder den Apple-Servern bleiben und nichts zu Google gehen.

Das zementiert die grosse Marktmacht, aber auch Meinungsmacht, die die Konzerne haben.
Autor: Angela Müller Geschäftsleiterin Algorithm Watch Schweiz

Doch auch abseits von Fragen der Privatsphäre kann der Einsatz von künstlicher Intelligenz bei einem Smartphone-Assistenten zu Problemen führen. Weil die KI nicht wirklich versteht, was man von ihr verlangt und was sie macht, kann es zu Missverständnissen und Fehlern kommen, etwa wenn der Assistent Buchungen und Termine verwalten soll, so Jürg Tschirren.

Abhängigkeit von Grosskonzernen

Auch Angela Müller, Geschäftsleiterin Algorithm Watch Schweiz, sieht vor allem die Abhängigkeit von wenigen Grosskonzernen, die ineinander investieren oder kollaborieren, als Gefahr: «Das zementiert die grosse Marktmacht, aber auch Meinungsmacht, die die Konzerne haben.»

Als Userin müsse man sehr genau darauf achten, welche Daten man preisgebe. Denn man könne sich nicht darauf verlassen, dass Firmen verantwortungsvoll mit sehr persönlichen Daten umgehen würden: «Gerade die Stimme ist natürlich sehr persönlich. Und wenn man sozusagen Zugang zu diesen Daten hat, kann das immer auch missbraucht werden.»

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10vor10, 13.01.2026, 21:50 Uhr

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