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Steigender Ölpreis Die Schweiz zapft ihre Ölreserven nicht an

  • Die Schweiz beteiligt sich vorerst nicht an der freiwilligen Freigabe von Ölreserven der Internationalen Energieagentur (IEA).
  • Zurzeit sei die Schweiz mit Mineralölprodukten gut versorgt, begründet der Bund seine Entscheidung.

Der Krieg im Iran führt zu grossen Turbulenzen am Ölmarkt. Als Reaktion darauf empfahl die Internationale Energieagentur ihren 32 Mitgliedsstaaten am Mittwoch, einen Teil der nationalen Ölreserven freizugeben. Durch die Freigabe von insgesamt 400 Millionen Fass Rohöl sollte der Ölpreis wieder stabilisiert werden.

Energie-Pflichtlager in der Schweiz

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Jedes Mitgliedsland der Energie-Agentur IEA ist dazu verpflichtet Ölreserven anzulegen. So verfügt auch die Schweiz über Pflichtlager, die bei Bedarf freigegeben werden können.

Alle Pflichtlager an Benzin, Diesel und Heizöl zusammen könnten die Schweiz rund viereinhalb Monate lang versorgen. Beim Flugpetrol sind es drei Monate.

Die Pflichtlagerhaltung ist in erster Linie Aufgabe der Wirtschaft. Grosse Importeure von Erdölprodukten führen in der Regel ein Pflichtlager. Die Vorratshaltung wird durch Beiträge auf den Import finanziert. Die Rahmenbedingungen legt der Bund fest.

Ölversorgung in der Schweiz gesichert

Trotz angespannter Lage im Nahen und Mittleren Osten besteht laut Einschätzung des Bundes aktuell keine Notwendigkeit, die Reserven anzuzapfen.

«Zurzeit ist die Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten sichergestellt. Der Bundesrat könnte bei einer erklärten oder unmittelbar drohenden schweren Mangellage die Freigabe von Pflichtlagern anordnen. Für freiwillige Massnahmen wie jene der IEA gibt es allerdings keine gesetzliche Grundlage, um ausserhalb einer schweren Mangellage Pflichtlager freizugeben», sagt ein Sprecher des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung auf Anfrage von SRF.

Die Lage werde jedoch genau verfolgt und bei Bedarf würde der Bund aktiv werden. Ausserdem habe die Schweiz als IEA-Mitgliedstaat kein Veto gegen den Vorschlag der Internationalen Energieagentur eingelegt.

Unterschiedliche Reaktionen auf IEA-Empfehlung

Im Gegensatz zur Schweiz haben mehrere IEA-Mitgliedsländer bereits angekündigt, sich an der freiwilligen Freigabe zu beteiligen. Deutschland will rund 19.5 Millionen Fass Öl aus den nationalen Reserven freigeben.

Ausserdem sollen Tankstellen nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen. Dadurch sollen Preisschwankungen abgefedert werden.

Shelltankstelle. Links sieht man die Dieselpreise eingeblendet auf einer Leuchttafel.
Legende: Der Irankrieg hat die Treibstoffpreise innert weniger Tage spürbar in die Höhe getrieben. Hier eine Tankstelle in Tschechien, wo der Preis für Diesel innerhalb eines Tages um das Vierzigfache gestiegen ist. Imago/Radek Petrasek

Eine ähnliche Linie verfolgt Österreich. Die Regierung in Wien teilte mit, dass sie sich ebenfalls an der Freigabe beteiligen wolle. Ausserdem sollen Preiserhöhungen für Sprit künftig nur noch an drei Tagen pro Woche möglich sein.

Keine Beruhigung bei den Öl- und Gaspreisen

Die Freigabe strategischer Ölreserven zeigte bislang keine entspannende Wirkung auf die Finanzmärkten. Sorgen vor einer dauerhaften Blockade der Strasse von Hormus halten die Preise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Die Handelsstrasse gehört zu den wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert unter normalen Umständen täglich die Meerenge.

Zwischenzeitlich überschritt der Wert für ein Fass Rohöl die Hundert-Dollar-Marke.

Zuletzt wurde diese Marke vor vier Jahren, zu Beginn des russischen Angriffkriegs auf die Ukraine, übertroffen.

Besonders gravierend dürften die Folgen derweil für Asien sein. Vier von fünf Ölfässern, die die Strasse von Hormus passieren, gehen nach IEA-Angaben dorthin. Viele Aktienmärkte in Asien gingen infolge der steigenden Ölpreise bereits auf Talfahrt, etwa in Japan.

SRF 4 News, 11.03.2026, 15:21 Uhr ; 

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