In normalen Jahren produziert das Kernkraftwerk Gösgen 13 Prozent des Schweizer Stroms. Doch seit Ende Mai 2025 fehlt seine Produktion – wegen Wartungsarbeiten steht das Kraftwerk still, und zwar noch länger als gedacht: Statt wie geplant Ende Februar, soll Gösgen erst am 21. März wieder ans Netz gehen.
Die Konsequenz für die Schweiz: Sie importierte in den letzten Monaten mehr Strom als im mehrjährigen Durchschnitt. Auch die Stromexporte während der warmen Monate waren verglichen mit dem mehrjährigen Durchschnitt geringer.
Das ist teuer für die Eigentümer von Gösgen, denn sie müssen den Strom im Ausland einkaufen, den das Atomkraftwerk eigentlich selbst produzieren würde.
«Ein Tag, an welchem Gösgen nicht läuft, kostet zwei bis drei Millionen Franken an fehlendem Strom», rechnet Amédée Murisier vor, er ist Verwaltungsratspräsident des Kernkraftwerks Gösgen-Däniken. Die Kosten beliefen sich inzwischen auf eine halbe Milliarde Franken für alle Eigentümer, so Murisier.
Was die Versorgungssicherheit für die Schweiz angeht, gibt die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom trotzdem Entwarnung. Die Marktsituation sei nicht angespannt und der französische Strom aus Kernkraftwerken sei günstig zu bekommen, so Werner Luginbühl, Präsident der ElCom.
Keine Konsequenz für Konsumenten
«Wir können gut importieren und auf Konsumenten wird es keine Auswirkungen haben, weil die Betreiber die Kosten des verlängerten Ausfalls tragen», so Luginbühl.
Beim Atomkraftwerk Gösgen ist man optimistisch, dass der Ausfall nun nur noch bis Ende März dauert. Dass ein solcher Ausfall in Zukunft wieder vorkäme, sei nie ganz ausgeschlossen, so Murisier. «Es wird viel Zeit, Energie und Geld in die Sicherheit des Werks investiert», so der Verwaltungsratspräsident. «Aber komplett ausschliessen können wir es nicht, es bleiben am Schluss Maschinen.»