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Studie zum Wellnessmarkt Männer überholen Frauen bei Botox

Schönheitsbehandlungen, die unter die Haut gehen, werden immer mehr zur Männersache. Wieso?

Am heutigen Tag werden sich zwölf Männer in der «Gentlemen's Clinic» Botox spritzen lassen. Giuliano Lenz betreibt die Schönheitsklinik in Zürich. Mehr Haare, mehr Bart, weniger Brust, mehr Penis – fast jedes Körperteil kann Mann sich hier anpassen lassen.

Der Geschäftsführer sagt: «Es ist ein grosses Vorurteil, dass nur reiche Leute mit wenig Selbstbewusstsein ästhetische Behandlungen machen lassen.» Das Durchschnittseinkommen der Kunden liege bei 80'000 bis 85'000 Franken pro Jahr, und sie seien im Schnitt 35 Jahre alt. In diesem Alter hinterlasse das Leben die ersten Spuren.

Zwar hat sich eines nicht geändert, das zeigt die Wellness-Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts: Frauen verursacht ihr Aussehen mehr Stress als Männern. 27 Prozent stimmen der Aussage zu, Druck zu verspüren (Männer 20 Prozent).

In gewissen Behandlungen sind Männer aber an den Frauen vorbeigezogen. Dazu gehören Gesichts-OPs (8 Prozent versus 5 Prozent) sowie die Anwendung von Botox (8 Prozent versus 6 Prozent).

«Unsere Befragung zeigt, dass Frauen bei ihrer Schönheitspflege eher auf nicht-invasive, alltägliche Produkte setzen, etwa auf Sonnenschutz, Tages- und Nachtcremes, Peelings oder kosmetische Behandlungen», erklärt Studienautorin Christine Schäfer. «Im Vergleich dazu führen Männer solche Schönheitsrituale, die längerfristig Aufmerksamkeit erfordern, deutlich weniger durch. Dafür scheinen sie eher für schnellere Korrekturen offen zu sein.»

Über die Studie

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«Feelgood Revolution» ist eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI), veröffentlicht am 27. Mai 2026. Die Forschenden befragten dazu im Dezember 2025 online 3031 Personen aus der Deutschschweiz, Deutschland und Österreich.

Giuliano Lenz von der «Gentlemen's Clinic» fügt hinzu: Männer würden sehr viel weniger «süchtig» nach solchen Behandlungen. Giuliano Lenz beschreibt den typisch männlichen Kunden: «Dieser sagt: ‹Mich stört X.› X wird behoben. Und dann ist das Thema erledigt.»

Lenz, übrigens ehemaliger Rettungssanitäter, überraschen die steigenden Zahlen nicht. Vor allem seit der Covid-Pandemie hätte sich etwas geändert. «Ständig vor der Kamera zu sein, ständig in Videocalls zu sein» hätte viele zu diesem Schritt bewogen.

Mann erhält Gesichtsbehandlung mit Spritze, Hände in rosa Handschuhen.
Legende: Männer geben häufiger an, zu Botox oder Gesichts-OPs zu greifen als Frauen. IMAGO / Depositphotos

Hinzu kämen medizinische Gründe. Er sagt: «Botox wird viel für Antischweissbehandlungen verwendet.» Das Mittel blockiert Reizübertragungen und kann Schwitzen verringern. Auch werde es eingesetzt bei Menschen, die mit den Zähnen knirschen, sowie neuerdings bei Migräne.

Die GDI-Studie fördert nicht nur Unterschiede zwischen Frauen und Männern zutage, sondern auch zwischen den Generationen. Christine Schäfer: «Junge Menschen sind gestresster und stehen unter mehr Druck. Sie sind unzufriedener mit ihrer mentalen Gesundheit und legen mehr Wert auf ein gutes Aussehen.»

Entsprechend geben sie auch mehr Geld für Optimierung aus. Sie investieren mit 76 Franken pro Monat 29 Prozent mehr für ihr Aussehen als der Durchschnitt der Befragten und mit 156 Franken 50 Prozent mehr für ihre Gesundheit.

Fazit: Jung und weiblich zu sein, ist tendenziell teuer – und verursacht Stress.

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10vor10, 29.05.2026, 21:50 Uhr; noes

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