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Studie zur Vermögensverteilung Die Reichen sind nochmals viel reicher geworden

Das globale Privatvermögen ist allein 2025 um mehr als zehn Prozent gestiegen. Fast eine Million neue Millionäre sind dazugekommen. Allerdings wächst das Vermögen nicht überall gleich schnell. Das zeigt der aktuelle Global Wealth Report der UBS. Eine Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Sven Zaugg.

Sven Zaugg

Wirtschaftsredaktor

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Sven Zaugg ist seit 2023 als Wirtschaftsredaktor für Radio SRF tätig. Zuvor arbeitete er als Reporter und Wirtschaftsredaktor für den «SonntagsBlick».

Weshalb haben die Vermögen im letzten Jahr so stark zugenommen?

Schon immer galt: Vermögen generiert Rendite – und diese Rendite wiederum schafft neues Vermögen. Wer also Aktien, Immobilien oder Unternehmen besitzt, hat mehr Möglichkeiten zu investieren und profitiert überproportional. Wer hauptsächlich oder nur ein Einkommen zur Verfügung hat, hat weniger Spielraum und kommt deshalb deutlich langsamer voran. Der Löwenanteil des Vermögenszuwachses verteilt sich also primär auf diejenigen, die schon Vermögen haben. Das zeigt sich besonders deutlich in den USA, aber auch anderswo: Beim durchschnittlichen Vermögen pro erwachsene Person liegen die USA auf Platz zwei – hinter der Schweiz. Beim Median liegen die USA aber weit hinten in der Rangliste. Das heisst: Es gibt dort wenige sehr vermögende Menschen, aber sehr viele ohne oder mit nur wenig Vermögen.

Schweiz: 13 Prozent besitzen 69 Prozent des Vermögens

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Strassenschilder vor unscharfer amerikanischer Flagge.
Legende: Wer reich werden will, muss Geld übrig haben zum Anlegen – etwa an der Börse. Keystone/Justin Lane

Laut dem UBS-Global-Wealth-Report besitzt jede erwachsene Person in der Schweiz im Schnitt umgerechnet 910'382 Dollar. Auf den nächsten Plätzen folgen die USA (696'277 Dollar) und Luxemburg (654'732 Dollar).

Dabei definiert die UBS das Vermögen als Summe aller Finanzanlagen und Sachwerte wie Immobilien im Besitz von Privatpersonen abzüglich deren Schulden. Ebenfalls eingerechnet wurde das Vermögen privater Pensionsfonds – in der Schweiz also auch das Vermögen in der Beruflichen Vorsorge (Zweite Säule).

944'000 Millionärinnen und Millionäre

Laut dem UBS-Report zählen knapp 944'000 Erwachsene in der Schweiz zum Kreis der Dollar-Millionäre. Das sind 13.1 Prozent aller Erwachsenen im Land. Diese Gruppe konzentriert rund 69 Prozent des gesamten Privatvermögens auf sich.

Beim sogenannten Medianvermögen rangiert die Schweiz mit 145'555 Dollar pro Person hingegen nur auf Rang 8. Hier führt Luxemburg mit 394'005 Dollar, gefolgt von Belgien mit 277'166 und Australien mit 210'783 Dollar. Die USA liegen beim Median nur auf Rang 28 (68'998 Dollar).

Der Median ist der statistische Mittelwert: Im vorliegenden Fall liegen 50 Prozent der Vermögen über dem Wert, 50 Prozent darunter.

Medianvermögen: Die Hälfte der Bevölkerung besitzt mehr Vermögen als dieser Wert, die andere Hälfte weniger. Bedeutung: Der Vergleich zwischen Durchschnittsvermögen und Median zeigt, wie gleich oder ungleich Vermögen verteilt ist. Liegen beide Werte nahe beieinander, spricht das tendenziell für eine breitere Verteilung. Ist das Durchschnittsvermögen deutlich höher als das Medianvermögen, deutet das darauf hin, dass grosse Vermögen an der Spitze den Durchschnitt nach oben ziehen – die Vermögen also stärker konzentriert sind.

Warum sind vermögende Personen an der Börse aktiver denn je?

Wir leben in turbulenten Zeiten mit einer ausgeprägten Volatilität an den Finanzmärkten: Geopolitische Spannungen, Handelsstreitigkeiten, Kriege und Energiekrisen bestimmen derzeit das Weltgeschehen. Diese Situation nutzen Investoren und vermögende Privatpersonen aktiv. Sie kaufen und verkaufen ihre Anlagen in erhöhtem Tempo, schichten ihre Portfolios um, realisieren Gewinne und steigern so ihren Reichtum. Dieser rege Handel wiederum spült den Banken erhebliche Summen in die Kassen, da sie an jeder Transaktion mitverdienen. Folglich erzielten grosse Banken wie die UBS oder die US-Bank JP Morgan in den vergangenen Quartalen Rekorderträge.

Es profitiert also nur, wer an der Börse investiert?

Das ist so: Wer das nicht kann oder nicht will, kommt punkto Vermögenszuwachs nicht vom Fleck. Und: Es ist ein erheblicher Unterschied, ob ein Vermögen von 2000 auf 10'000 Dollar steigt – oder von 20 auf 200 Millionen Dollar wächst. Zwar werden in beiden Fällen alle reicher, aber die Vermögensschere geht trotzdem weiter auf. Es stellt sich die Frage, wie lange diese Entwicklung gesellschaftlich akzeptiert bleibt.

Link zum Thema:

Wie krass ist die ungleiche Verteilung?

Zwei Beispiele: Der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung gehört gerade mal ein Prozent des globalen Vermögens. Doch auch in der Schweiz ist die Vermögensschere riesig: Hier besitzt das reichste Prozent der Bevölkerung rund 45 Prozent des steuerbaren Vermögens.

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Rendez-vous, 30.6.2026, 12:30 Uhr;liea ; 

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