Das globale Privatvermögen ist allein 2025 um mehr als zehn Prozent gestiegen. Fast eine Million neue Millionäre sind dazugekommen. Allerdings wächst das Vermögen nicht überall gleich schnell. Das zeigt der aktuelle Global Wealth Report der UBS. Eine Einschätzung von SRF-Wirtschaftsredaktor Sven Zaugg.
Weshalb haben die Vermögen im letzten Jahr so stark zugenommen?
Schon immer galt: Vermögen generiert Rendite – und diese Rendite wiederum schafft neues Vermögen. Wer also Aktien, Immobilien oder Unternehmen besitzt, hat mehr Möglichkeiten zu investieren und profitiert überproportional. Wer hauptsächlich oder nur ein Einkommen zur Verfügung hat, hat weniger Spielraum und kommt deshalb deutlich langsamer voran. Der Löwenanteil des Vermögenszuwachses verteilt sich also primär auf diejenigen, die schon Vermögen haben. Das zeigt sich besonders deutlich in den USA, aber auch anderswo: Beim durchschnittlichen Vermögen pro erwachsene Person liegen die USA auf Platz zwei – hinter der Schweiz. Beim Median liegen die USA aber weit hinten in der Rangliste. Das heisst: Es gibt dort wenige sehr vermögende Menschen, aber sehr viele ohne oder mit nur wenig Vermögen.
Warum sind vermögende Personen an der Börse aktiver denn je?
Wir leben in turbulenten Zeiten mit einer ausgeprägten Volatilität an den Finanzmärkten: Geopolitische Spannungen, Handelsstreitigkeiten, Kriege und Energiekrisen bestimmen derzeit das Weltgeschehen. Diese Situation nutzen Investoren und vermögende Privatpersonen aktiv. Sie kaufen und verkaufen ihre Anlagen in erhöhtem Tempo, schichten ihre Portfolios um, realisieren Gewinne und steigern so ihren Reichtum. Dieser rege Handel wiederum spült den Banken erhebliche Summen in die Kassen, da sie an jeder Transaktion mitverdienen. Folglich erzielten grosse Banken wie die UBS oder die US-Bank JP Morgan in den vergangenen Quartalen Rekorderträge.
Es profitiert also nur, wer an der Börse investiert?
Das ist so: Wer das nicht kann oder nicht will, kommt punkto Vermögenszuwachs nicht vom Fleck. Und: Es ist ein erheblicher Unterschied, ob ein Vermögen von 2000 auf 10'000 Dollar steigt – oder von 20 auf 200 Millionen Dollar wächst. Zwar werden in beiden Fällen alle reicher, aber die Vermögensschere geht trotzdem weiter auf. Es stellt sich die Frage, wie lange diese Entwicklung gesellschaftlich akzeptiert bleibt.
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Wie krass ist die ungleiche Verteilung?
Zwei Beispiele: Der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung gehört gerade mal ein Prozent des globalen Vermögens. Doch auch in der Schweiz ist die Vermögensschere riesig: Hier besitzt das reichste Prozent der Bevölkerung rund 45 Prozent des steuerbaren Vermögens.