Bodenschätze: Grönland ist reich an Bodenschätzen, die allerdings zum grossen Teil unter dem Eis schlummern. Es gibt Eisenerz, Zink, Blei, Gold, Uran sowie Seltene Erden. An den Küstenregionen gibt es vermutlich Erdöl und Erdgas. All diese Bodenschätze sind aber schwer zugänglich und werden dadurch auch nicht in grossen Mengen abgebaut. Der Abbau ist zudem teuer, es fehlt an Arbeitskräften und Infrastruktur. Daher sind diese Rohstoffe derzeit vor allem strategisch relevant.
Davon leben die Menschen: Die wichtigste Branche ist die Fischerei, vor allem ausserhalb der Städte. (Ein Viertel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Nuuk.) Ein Grossteil der Bevölkerung ist aber auch im öffentlichen Dienst angestellt, also in der Verwaltung. Das Durchschnittseinkommen (Löhne, Kapitalerträge) beträgt unter 20'000 Franken. In der Schweiz sind es rund 90'000 Franken.
Grönlands Unternehmen: Die grössten Unternehmen sind staatliche Unternehmen. So gibt es einen Fischerei-Handel in staatlicher Hand (Royal Greenland), eine staatliche Schifffahrtsgesellschaft (Royal Artic Line) oder auch eine staatliche Fluggesellschaft (Air Greenland).
Grönland – mehr als Kälte und Eis
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Bild 1 von 5. Die Hauptstadt Nuuk im Sommer – zunehmend beliebt bei Touristinnen und Touristen. Bildquelle: Reuters/Hannibal Hanschke.
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Bild 2 von 5. Die Fischerei hat in Grönland Tradition und ist die wichtigste Branche. Bildquelle: Reuters//Sarah Meyssonnier.
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Bild 3 von 5. Auch die Winter-Idylle zieht Touristen an, hier ein Blick auf die Kirche in Nuuk. Bildquelle: Reuters/Leonhard Foeger.
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Bild 4 von 5. Unter Grönlands Eis schlummern wertvolle Bodenschätze, die allerdings nur schwer nutzbar sind. Bildquelle: Reuters/Guglielmo Mangiapane.
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Bild 5 von 5. Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen (links) und Grönlands Premier Múte B. Egede bei einem Besuch in Nuuk im vergangenen April. Bildquelle: Keystone/MADS CLAUS RASMUSSEN: .
Importe: Grönlands wichtigste Importgüter sind Maschinen, mechanische Geräte oder auch Mineralöle und Schmierstoffe. Die wichtigsten Handelspartner sind Dänemark, Schweden und Frankreich.
Exporte: Grönland exportiert vor allem Fische und Krabben. Rund 90 Prozent aller Exporte sind Fischereiprodukte. Der Wert von Fischen und Fischereiprodukten belief sich gemäss der deutschen Wirtschaftsförderagentur GTAI 2024 auf rund 680 Millionen Euro, gefolgt von Maschinen und Transport-Equipment. Der grösste Teil der Exporte geht nach Dänemark.
Währung: Grönlands Währung sind Dänische Kronen. 100 Dänische Kronen entsprechen rund 12 Franken.
Wirtschaftsentwicklung: Das Bruttoinlandprodukt beträgt rund 3.3 Milliarden US-Dollar (Weltbank, 2023). Pro Einwohner sind das rund 60’000 Dollar. Jenes der Schweiz beträgt rund 90'000 Dollar. Grönland wird stark von Dänemark subventioniert. Gemäss «NZZ» bezahlt Dänemark jährlich bis zu 600 Millionen Dollar, was etwa der Hälfte des Haushaltsbudgets entspricht.
Tourismus: Grönland ist 50 Mal so gross wie die Schweiz, hat aber nur rund 60'000 Einwohner. Ein Grossteil ist von Eis bedeckt. Dennoch – oder gerade deswegen – ist Grönland ein Land, das Touristen neugierig macht. Als ideale Reisezeit gilt der Sommer. Im Winter wird es minus 25 Grad kalt. Um vom einen Ort zum anderen zu reisen, benutzen Touristinnen und Touristen Schiffe oder Flugzeuge, denn zwischen den Städten gibt es keine Strassen. Seit der Erweiterung des Flughafens Nuuk im Jahr 2024 ist die internationale Verkehrsanbindung besser geworden. Aktuell besuchen rund 150'000 Touristinnen und Touristen Grönland pro Jahr – doppelt so viele wie noch vor rund 10 Jahren. Wie in anderen Regionen stellt sich darum auch in Grönland bereits die Frage, wie viel Tourismus die Natur und die Wildtiere vertragen.