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Topkader Schweizer Führungsspitze wird älter

Wer sitzt in den Schweizer Unternehmen auf dem Chefsessel? Antworten auf diese Frage liefert der Schilling4eport. Ein Steckbrief eines typischen Schweizer Topmanagers.

Darum geht es: Seit 20 Jahren untersucht der Schillingreport die Zusammensetzung der Führungsetagen der 100 grössten Schweizer Arbeitgeber. Das Fazit der diesjährigen Auswertung: Die Spitzengremien werden immer älter. Seit 2010 stieg das Alter der Geschäftsleitungsmitglieder von durchschnittlich 50 Jahren auf aktuell 53 Jahre. Dies obwohl die Verweildauer in der Geschäftsleitung mit sechs Jahren konstant blieb.

Erfahrung zählt: Laut Guido Schilling, Headhunter und Herausgeber des Berichts, ist das höhere Alter darauf zurückzuführen, dass die Welt komplexer und unvorhersehbarer geworden ist.

Drei Männer in Anzug an Medienkonferenz.
Legende: Die Führungsgremien in der Schweiz werden älter und internationaler. Hier als Beispiel die UBS mit dem aktuellen CEO Sergio Ermotti (rechts), Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher (Mitte) und dem ehemaligen CEO Ralph Hamers (links) im Jahr 2023. Keystone/Michael Buholzer

Dadurch sei Erfahrung wichtiger geworden. Wer bereits mehrere Firmen geführt und Krisen gemeister habe, sei in unsicheren Zeiten besonders gefragt.

Die Kehrseite: Das höhere Alter in der Führungsetage kann laut Schilling jedoch auch Nachteile mit sich bringen: «Ältere Geschäftsleitungsmitglieder bringen wichtige Erfahrungen ein, doch fehlende Generationenvielfalt kann strategische Blindspots erzeugen.» Zum Beispiel im Bereich neuer technologischer Trends, wo ein jüngerer Topmanager oft mehr Affinität mitbringe als die ältere Generation.

Ältere Geschäftsleitungsmitglieder bringen wichtige Erfahrungen ein, doch fehlende Generationenvielfalt kann strategische Blindspots erzeugen.
Autor: Guido Schilling Herausgeber Schilling Report

Kompetenz vor Nationalität: Die Führungsspitze ist nicht nur älter, sondern auch internationaler geworden. Vor 20 Jahren standen mehrheitlich Schweizer und Schweizerinnen an der Spitze der grossen Unternehmen. Heute hat knapp die Hälfte der Geschäftsleitungsmitglieder keinen Schweizer Pass. Laut Guido Schilling ein Zeichen für die Globalisierung der Unternehmen. In der Wirtschaft sei es genauso wie im Sport: Man halte auf dem weltweiten Markt Ausschau nach qualifizierten Kaderleuten.

Wandel der Profile: Ebenfalls verändert hat sich in den letzten Jahren das Profil der Führungsspitze. Während nach der Finanzkrise besonders Juristinnen und Juristen gefragt waren, stehen heute Persönlichkeiten mit einem Wirtschafts- oder MINT-Profil hoch im Kurs. Ihr Vorteil: Sie können die Unternehmen nicht nur strategisch leiten, sondern bringen auch spezifisches Fachwissen in der jeweiligen Branche mit.

Frauenanteil stagniert: In der Geschäftsleitung ist aktuell rund jede fünfte Person eine Frau – in den Verwaltungsräten etwa ein Drittel. Damit bleibt der Frauenanteil an der Führungsspitze ähnlich wie im Vorjahr. Diese Stagnation hinge damit zusammen, dass viele Unternehmen und Verwaltungsräte den Gender-Richtwert bereits erreicht hätten.

Geschlechterquoten

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Grosse, börsenkotierte Unternehmen mit Sitz in der Schweiz müssen seit diesem Jahr mindestens 30 Prozent der Verwaltunsratsposten mit Frauen besetzen.

In der Geschäftsleitungen reichen nach Willen des Gesetzgebers 20 Prozent Frauenanteil. Hier gilt noch die Übergangsfrist bis 2031.

Werden diese Richtwerte nicht eingehalten, ist das Unternehmen verpflichtet, im Vergütungsbericht an die Aktionäre die Gründe anzugeben un die Massnahmen zur Verbesserung darzulegen.

Es stellt sich deshalb laut Guido Schilling die Frage: «Ist sich die Schweizer Wirtschaft des langfristigen Mehrwerts geschlechterdurchmischter Führungsteams wirklich bewusst – oder wird Gender Diversity noch immer primär als regulatorische Pflicht statt als strategischer Erfolgsfaktor verstanden?». Trotz der Stagnation ist Guido Schilling zuversichtlich, dass die Schweizer Führungsspitze in der Zukunft vielfältiger wird.

SRF4 News, 27.02.2026; 09:00 Uhr; noes

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