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Trinkwasser in der Schweiz Von der Quelle bis zum Hahn: So entsteht der Wasserpreis

Spaghetti kochen, duschen, putzen, trinken: Täglich brauchen wir Wasser in rauen Mengen. Wasser ist kostbar, das zeigt sich auch jetzt wieder bei dieser Hitze und Trockenheit. In der Schweiz sind die Gemeinden und Städte für das Wasser zuständig. Der Unterhalt ist teuer. Die Wasserwerke haben jährliche Kosten von fast 1.8 Milliarden Franken. Der Weg des Wassers von der Quelle bis zum Haushalt mit sieben Stationen.

1. Von hier kommt das Wasser

Wasser ist nicht gleich Wasser: Die Quellen sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Anteilsmässig ist das Grundwasser am wichtigsten. Dieses Wasser muss aus tiefen Lagen an die Oberfläche gepumpt werden. Danach folgt das Quellwasser, dessen Gewinnung einfacher ist, weil das Wasser zum Beispiel im Berggebiet direkt aus den Hängen in die Leitungen gelangt und in die Täler fliesst. Seewasser wiederum ist aufwendiger, es muss gefiltert und aufbereitet werden, die Kosten sind höher als beim Quell- und Grundwasser.

2. Langer Weg zu den Haushalten

Das Wasser hat einen schier unendlichen Weg von der Quelle bis zu den Haushalten. Es gibt in der Schweiz ein Leitungsnetz mit einer Länge von rund 97'000 Kilometern, dies entspricht 2.5-mal dem Erdumfang. Zwei Drittel dieses Netzes sind Wasserleitungen von den Quellen zu den verschiedenen Stationen der Wasserwerke. Ein Drittel des Netzes sind die Hausanschlüsse. Die Wasserleitungen sind der wichtigste Kostenfaktor in der Wasserversorgung.

3. Hohe Kosten für die Wasserversorgung

Die Aufbereitung des Wassers und der Transport bis zu den Haushalten sind teuer. Die Wasserversorger rechnen mit Betriebs- und Kapitalkosten von insgesamt fast 1.8 Milliarden Franken pro Jahr. Das sind Ausgaben für Personal, Betrieb der Anlagen, Zinsen, Abschreibungen und Sonstiges. Pro Jahr investieren die Firmen mehr als eine Milliarde Franken in den Ersatz von Leitungen und in neue Anlagen.

4. Wasser bei den Haushalten

Nach einer regelrechten Odyssee erreicht das Trinkwasser schliesslich die Haushalte. Im Haushalt braucht eine Person pro Tag im Durchschnitt 142 Liter Wasser. Mehr als die Hälfte davon für das WC, Duschen und Baden.

5. Was die Haushalte bezahlen

Inklusive Grundgebühr bezahlen Schweizer Haushalte durchschnittlich 2.3 Franken pro Kubikmeter Wasser, pro Liter also 0.23 Rappen. Die Gebühren schwanken von Region zu Region. Generell sind die Kosten in den ländlichen Gemeinden mit vielen Leitungskilometern höher als in den Städten mit mehr Einwohnern.

6. Wasserkosten in den zehn grössten Städten

In Biel zahlt ein 4-Personenhaushalt in einem 6-Zimmer-Einfamilienhaus pro Jahr gut 1000 Franken für das Wasser, dies im Vergleich zu 430 Franken in Zürich. Energie Service Biel investiert 100 Millionen Franken in die Renovation eines Seewasserwerks, das über 90 Prozent des Trinkwassers von Biel liefert. Auch in St. Gallen sind die Kosten überdurchschnittlich. Die Stadt bezieht das Wasser aus dem Bodensee. Das Trinkwasser wird aufwendig gefiltert und über lange Distanzen gepumpt. Die Topografie ist bei den Wassergebühren entscheidend.

7. Kontrolle der Behörden

Die Wassergebühren werden von den Behörden kontrolliert, denn die Firmen dürfen von Gesetzes wegen keinen Gewinn erwirtschaften. «Im Grossen und Ganzen können wir mit den Wasserversorgern in der Schweiz zufrieden sein», sagt Preisüberwacher Stefan Meierhans gegenüber SRF. Die Tarife seien nachvollziehbar. Es sei aber weiter notwendig, die Branche kritisch zu begleiten, damit keine Missbräuche passierten.

SRF 4 News, 14.7.2026, 16:12 Uhr; wilh

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