Mit der Zollankündigung greift Donald Trump vor allem die Hersteller von hochpreisigen Fahrzeugen an, wie Ferrari, Bentley oder Porsche. Die meisten anderen europäischen Automarken haben bereits Produktionsstätten in den USA und sind damit von den neuen Zöllen ausgenommen oder verkaufen kaum Autos auf dem US-Markt.
Während bei Luxusautos wie Ferrari die sehr gut betuchte Klientel wohl auch den neusten Zoll-Aufpreis verkraften wird, dürften die neuen Zölle vor allem die eh schon angeschlagene deutsche Volkswagen-Gruppe treffen, allen voran die Sportwagen von Porsche und Audi. Beide VW-Töchter haben keine Fabriken in den USA.
Entsprechend kritisiert der deutsche Verband der Automobilindustrie die Ankündigung Trumps. Sie belaste den transatlantischen Handel erheblich.
Schweizer Zulieferfirmen betroffen
Betroffen von diesen neuen Zöllen, wenn auch indirekt, dürften auch die verschiedenen Schweizer Zulieferfirmen sein. Sie verfügen zwar ebenfalls teils über Fabriken in den USA. Aber wenn durch die neuen Zölle weniger Autos aus Europa in den USA verkauft werden, drückt das auch auf die Umsätze der Zulieferer.
Die EU drohte in einer ersten Stellungnahme mit Gegenmassnahmen. Brüssel hatte sich mit den USA letzten Herbst bekanntlich auf ein Handelsabkommen und einen generellen Zollsatz von 15 Prozent geeinigt. Man behalte sich alle Optionen offen, heisst es jetzt von der EU.
Mit den neuen Zöllen will der US-Präsident Druck auf die EU-Wirtschaft ausüben: Zum einen sollen mehr europäische Hersteller ihre Fahrzeuge in den USA zusammenbauen. Zum anderen will er durchsetzen, dass mehr US-Landwirtschaftsprodukte, die teilweise allerdings EU-Normen nicht erfüllen, nach Europa exportiert werden können.
Ob Trumps Rechnung aufgeht, ist mehr als offen.