Das gab es noch nie: Der Schweizer Leitindex SMI knackt erstmals die Marke von 14'000 Punkten. SRF-Wirtschaftsredaktorin Benita Vogel nennt die Gründe und sagt, was das für Unternehmen und Aktionärinnen bedeutet.
Der Schweizer Leitindex hat erstmals die Marke von 14'000 Punkten geknackt – warum gerade jetzt?
Der SMI bewegt sich in der Tendenz schon seit längerem nach oben. Der Schweizer Leitindex ist damit nicht allein. Auch Indizes anderer Börsenplätze erreichen Allzeithöchstände, so etwa der europäische Eurostoxx 50 oder der japanische Nikkei. Aktienmärkte in Schwellenländern laufen ebenfalls gut. Die steigenden Kurse sind also mehr als nur ein Schweizer Phänomen. Etliche Notenbanken haben ihre Geldpolitik gelockert, Staaten erhöhen ihre Fiskalausgaben. Ein Investoren-freundliches Umfeld also, welches für positive Aussichten auf steigende Firmengewinne und steigende Bewertungen sorgt. Die Hoffnung auf eine globale Konjunkturerholung treibt die Aktienmärkte. Dies vor allem ausserhalb der USA. Oder wie es ein Händler sagt: Die Investoren haben bemerkt, dass auch ausserhalb der USA gute Bewertungen möglich sind. Zu Börsenschluss stand der SMI übrigens wieder leicht unter der Grenze: Der Börsentag ging mit 13'997 Punkten zu Ende – immer noch ein Allzeithoch.
Was hat den SMI nach oben getrieben?
Heute haben vor allem die Titel von Nahrungsmittelriese Nestlé oder den Schokoladenproduzenten Barry Callebaut und Lindt & Sprüngli gut abgeschnitten – aber auch Industrie-Aktien wie diejenigen von WC-Bauer Geberit oder ABB. Ende vergangenen Jahres haben viele Investoren Aktien von KI- und Techkonzernen gesucht. Mit der Hoffnung auf eine globale Konjunkturerholung werden aber auch die Aktien von Industrieunternehmen wieder interessant.
Verunsicherung ist Gift für den Aktienmarkt. Haben sich die Anleger an Trumps unberechenbare Zoll- und Aussenpolitik gewöhnt?
Risiken und Unsicherheiten bleiben. Aber es scheint tatsächlich so, dass Firmen und Investoren beginnen, sich mit der erratischen US-Zollpolitik abzufinden. Und der Supreme-Court-Entscheid von vergangener Woche hat gezeigt, dass auch der US-Präsident Zölle nicht beliebig festlegen kann.
Höchst- und Tiefstmarken sind psychologische Marken. Wie beeinflussen sie konkret Anlegerinnen und Anleger?
Wie wichtig die 14'000er-Marke für professionelle Investoren wirklich ist, ist fraglich. Klar – wenn der Markt nach oben ausbricht, fühlen sich Investoren, die nach technischen Analysen investieren, bestätigt. Und es gibt wohl auch Investoren, die nun einsteigen. Die fundamentalen Eckpunkte wie die Geldpolitik und die Konjunkturentwicklung dürften aber für die meisten Investoren wichtiger sein.