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Unsauberer Mediendeal? Klagen gegen Warner-Übernahme durch Paramount

Nach Genehmigung der Übernahme ziehen zwölf US-Bundesstaaten vor Gericht. Beim Geschäft gibt es Fragezeichen.

Darum geht es: Zwölf US-Bundesstaaten ziehen vor Gericht, um die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers durch den Konkurrenten Paramount zu verhindern. In ihrer Klage führen die zwölf US-Bundesstaaten an, der Wegfall der Konkurrenz zwischen Warner und Paramount werde unter anderem die Kinos schwer treffen. Auch werde der Zusammenschluss zu höheren Preisen und weniger Produktionen führen. Der Deal verletze Wettbewerbsregeln und müsse untersagt werden.

Der aktuelle Stand: Die US-Regierung von Donald Trump stimmte der Übernahme Warners durch den kleineren Konkurrenten Paramount ohne Auflagen zu. Das Justizministerium kam zur Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Konsumentinnen und -Konsumenten schaden werde – sowohl im TV- oder Streaming-Geschäft als auch in der Filmproduktion. Laut dem «Wall Street Journal» wurde die Übernahme allerdings durchgewinkt, bevor die zuständigen Juristen der Behörde überhaupt eine Empfehlung dazu abgeben konnten.

SRF-Wirtschaftsredaktorin: «Klage auch politisch motiviert»

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Das sagt SRF-Wirtschaftsredaktorin Isabel Pfaff: «Die Klage der zwölf Bundesstaaten scheint auch politisch motiviert zu sein. Schliesslich geht es bei dem Übernahme-Deal nicht nur um Unterhaltung, sondern mit CNN auch um Journalismus. Und so ist die Mehrheit der zwölf klagenden Staaten denn auch demokratisch regiert. Bei dem Mega-Deal geht es also vor allem darum, welche politische Seite in den USA medial mehr Einfluss gewinnt.

Wie aussichtsreich die Klage gegen den Übernahme-Deal ist, lässt sich nur schwer abschätzen. Laut der ‹New York Times› können solche Gerichtsverfahren bis zu einem Jahr dauern, bevor es zu einem finalen Richterspruch kommt. Und wenn eine Seite in Berufung geht, verzögert sich eine definitive Entscheidung noch mehr. Die ganze Sache ist also noch lange nicht entschieden.»

Übernahme durch Trump-Anhänger: Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr schon Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts des Branchenriesen verständigt. Doch Paramount liess nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab. Dazu gehört auch der als liberal geltende Nachrichtensender CNN. Der Deal ist nun rund 111 Milliarden US-Dollar schwer.

Drei Männer in Anzügen, einer steht an einem Pult mit Siegel.
Legende: Larry Ellison (Mitte) ist ein bekannter Unterstützer Donald Trumps. Ellison verfügt über ein Vermögen von mehreren Hundert Milliarden US-Dollar, vor allem dank seiner Software-Firma Oracle. Sein Sohn David (nicht auf dem Bild) ist Chef von Paramount und will den viel grösseren Konzern Warner kaufen. Keystone/Aaron Schwartz

CNN ist Trump wichtig: Trump sagte mehrfach, ihm sei besonders wichtig, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender CNN bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechsle. Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Genau dies geschah bereits in anderen Fällen. So fiel die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS nach der Übernahme durch die Ellison-Familie 2025 durch freundlichere Berichterstattung über Trumps Regierung auf. In der populären Reportage-Sendung «60 Minutes» wurden einige Korrespondenten entlassen, die zum Teil politisierten Druck beklagten.

Wettbewerbsbehörden auch andernorts aktiv

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Nicht nur in den USA ist die Übernahme von Warner durch Paramount umstritten. Auch in zahlreichen anderen Ländern sind die Wettbewerbsbehörden daran, die Übernahme zu prüfen – unter anderem in der EU.

Paramount stellt sich auf den Standpunkt, die Klage der zwölf US-Bundesstaaten verkenne die Wettbewerbsrealität der Unterhaltungsbranche und basiere auf einer fehlerhaften Anwendung des Kartellrechts. Man werde den Deal entschieden verteidigen.

Familien-Dynastie Ellison: Paramount wird von Larry Ellisons Sohn David geführt. Der Filmproduzent will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount gehört zu den kleineren Playern der Branche. Warner dagegen ist eines der Schwergewichte. Zum Unterhaltungskonzern gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie «Harry Potter» sowie ein starkes Streaming-Geschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO. Mit etwa 41 Milliarden US-Dollar erzielt Warner rund 30 Prozent mehr Jahresumsatz als Paramount.

SRF 4 News aktuell, 14.7.2026, 7:40 Uhr ; 

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