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US-Pharmakonzern J&J beendet Babypuder-Rechtsstreit mit Milliardenvergleich

  • Das US-Unternehmen Johnson & Johnson beendet einen jahrelangen Rechtsstreit um mutmasslich krebserregendes Babypuder mit einem Vergleich.
  • Der Konzern zahlt schätzungsweise 5.5 Milliarden US-Dollar, um rund 76'000 Klagen beizulegen.
  • Damit die Einigung wirksam wird, müssen 95 Prozent der Klägerinnen zustimmen.

Damit sind fast alle verbleibenden Talkum-Klagen gegen das Unternehmen abgedeckt. J&J hatte bereits die meisten Verfahren beigelegt, in denen dem Konzern vorgeworfen wurde, sein Talkum enthalte Asbest und verursache Mesotheliome.

Die Gesamtsumme des Vergleichs könnte allerdings noch höher ausfallen. Da er keine Obergrenze vorsieht, könnten die Zahlungen je nach Zahl der teilnehmenden Klägerinnen auf sieben Milliarden Dollar oder mehr steigen, sagte Klägeranwalt Chris Seeger.

J&J bestreitet Vorwürfe weiterhin

J&J will 2027 zunächst drei Milliarden Dollar zahlen, weitere Auszahlungen sollen 2028 folgen. J&J-Anwalt Erik Haas bekräftigte, die Vorwürfe seien unbegründet. Der Konzern wolle den langjährigen Rechtsstreit nun jedoch endgültig beenden.

Hand hält eine Flasche Babypuder vor schwarzem Hintergrund.
Legende: Johnson & Johnson wurde angeklagt, weil Babypuder des Konzerns Eierstockkrebs verursacht haben soll. Das Unternehmen hat die Vorwürfe stets bestritten. Archiv / REUTERS / Mike Segar

J&J bestreitet seit Jahren, dass das verwendete Talkum Asbest enthalte und Krebs verursache. Den Verkauf talkumbasierten Babypuders in den USA hatte J&J bereits 2020 eingestellt und durch ein Produkt auf Maisstärkebasis ersetzt.

Dem Vergleich waren mehrere juristische Erfolge für J&J vorausgegangen. Erst in der vergangenen Woche äusserte ein US-Bundesrichter Zweifel daran, dass die Klägerinnen einen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Talkum und ihren Krebserkrankungen nachweisen können.

Nicht erste Zahlung in Rechtsstreit

Mehr als drei Jahre lang hatte der Pharmariese vergeblich versucht, die Klagewelle über die Insolvenz einer eigens dafür gegründeten Tochtergesellschaft abzuwickeln. Diese Strategie scheiterte jedoch vor Gericht.

Vor diesen Insolvenzversuchen war die juristische Bilanz von J&J in den Talkum-Prozessen gemischt ausgefallen: Neben einem milliardenschweren Urteil zugunsten von 22 Frauen hatte das Unternehmen einige Prozesse gewonnen oder in der Berufung eine Reduzierung der Schadenersatzsummen erreicht.

Im Gegensatz zu den Insolvenzplänen deckt die nun erzielte Einigung keine künftigen Klagen ab. Laut Klägeranwalt Seeger steht den Betroffenen dadurch mehr Geld zur Verfügung. Zudem würden die Zahlungen beschleunigt, sodass alle Forderungen innerhalb von 18 Monaten beglichen werden, statt sie über mehr als ein Jahrzehnt zu strecken.

SRF 4 News, 28.7.2026, 10:30 Uhr ; 

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