Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Valentinstag Auf Rosen und Liebesgeständnis folgt der Betrug

Am Valentinstag feiern nicht nur Blumenläden, sondern auch Liebesschwindler Hochkonjunktur. Das Geschäft mit der falschen Liebe brummt und schreibt Milliarden-Gewinn.

Am Valentinstag verschicken Verliebte rund um den Globus Liebesworte – auch Kriminelle. Besonders Datingportale sind eine Einfallstür für moderne Heiratsschwindler, die oft aus grossen Betrugsfabriken heraus operieren.

Der einst von Einzeltätern praktizierte Heiratsschwindel hat sich zu einer internationalen kriminellen Industrie rund um den Globus entwickelt. Die Schäden belaufen sich in Milliardenhöhe: Laut einer Studie des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung schreibt das Geschäft mit dem Online-Liebesbetrug jährlich einen Gewinn von beinahe 40 Milliarden US-Dollar.

Alte Masche in neuem Gewand

An der seit Jahrhunderten bekannten Taktik hat sich wenig geändert: Die Schwindler täuschen Liebe vor, gewinnen Vertrauen und fordern anschliessend unter wechselnden Vorwänden Geld – sei es für ein angeblich krankes Kind oder nach einem erfundenen Autounfall.

In einer neueren Variante verlangen die Täter jedoch kein Geld mehr, sondern überreden ihre Opfer zu «Investitionen» in angeblich todsichere Firmen und Projekte – eine Kombination von Liebesschwindel und Anlagebetrug.

Floristin steht in Blumenladen. Grosses Schild mit Valentinstag im Vordergrund.
Legende: Nicht nur bei den Blumenläden läuft das Geschäft zum Valentinstag. Online-Betrug nimmt vor dem Tag der Liebe zu. Keystone/PAPatrick Pleul

«Diese Taten werden aus regelrechten Betrugsfabriken heraus begangen, in denen unzählige Menschen in sklavenähnlichen Bedingungen gezwungen werden, diese Betrugsindustrie am Leben zu halten», sagt Thomas Goger, Sprecher der Zentralstelle Cybercrime an der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg in Deutschland. 

Als Standorte von solchen Scam-Fabriken sind vor allem Myanmar und die Philippinen bekannt geworden, doch es gibt sie auch an anderen Orten wie Dubai, Südafrika, Nigeria, Ghana oder Lateinamerika.

Fast 4 von 10 Spam E-Mails sind zum Valentinstag

Der Tag der Liebe eignet sich für Betrüger und Betrügerinnen besonders gut. Weltweit werden die Posteingänge im Januar und Februar mit falschen Valentinstagsnachrichten überflutet. Die IT-Firma Bitdefender hat nachgezählt: Demnach waren fast vier von zehn Spam-E-Mails zwischen Anfang Januar und Anfang Februar Betrugsversuche zum Thema Valentinstag.

Dabei gehen die Täterinnen und Täter oft raffiniert vor. KI-Chatbots helfen den Scamern dabei, auch in fremden Sprachen authentisch zu schreiben oder sogar zu telefonieren. Erfolgreiche Liebesschwindler richten doppelten Schaden an: Neben leeren Bankkonten hinterlassen sie auch gebrochene Herzen.

Wie kann man sich schützen?

Expertinnen und Experten raten, grundsätzlich skeptisch zu bleiben: Wenn etwas zu dringend klingt oder zu gut, um wahr zu sein, lohnt sich ein zweiter Blick oder der Austausch mit einer Vertrauensperson. Bei Verdacht auf Online-Liebesbetrug soll der Kontakt sofort abgebrochen werden und auch die Social-Media-Profile der Betrüger sollen blockiert werden. Weitere Tipps finden sich ebenfalls bei der Schweizerischen Fachstelle für Kriminalprävention (SKP).

Und wer doch hereinfällt, sollte sich nicht schämen, sondern den Vorfall schnellstmöglich melden – etwa beim Bundesamt für Cybersicherheit, bei der e-Police oder der kantonalen Polizei.

Diskutieren Sie mit:

SRF 3 Wirtschaft, 13.02.2026, 07:40 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel