Ein US-Dollar für 77 Rappen, ein Euro für 91 Rappen – die unsicheren Zeiten haben den Schweizer Franken auf einen Höhenflug geschickt.
Die Firma Eglin in Allschwil ächzt unter dieser Währungssituation. «Wir spüren das als Fertigungsbetrieb natürlich stark», sagt Inhaber Fabian Eglin, der sich auch im KMU-Branchenverband Swissmechanic engagiert.
«Wir haben direkt um die 20 Prozent Export, und indirekt werden unsere Baugruppen und Komponenten, die wir hier fertigen, in der Schweiz verbaut und dann in die ganze Welt exportiert.»
Er stellt mit 18 Angestellten hochpräzise Dreh- und Frästeile aus Metall und Kunststoff her und exportiert vor allem in die EU.
Seine Strategie: Möglichst alles in derselben Währung abwickeln: «Wir versuchen, nicht nur in Euro zu verrechnen, sondern auch in Euro einzukaufen.»
Wenn etwa Maschinen aus dem EU-Raum kämen, bezahle man diese auch in Euro. Und man versuche, Rohmaterial direkt in Euro zu beschaffen.
Jede dritte Firma sichert das Währungsrisiko ab
Der Chefökonom der UBS Schweiz, Daniel Kalt, sieht noch eine andere Möglichkeit für Firmen, den Effekt des starken Frankens abzumildern: «Sie können versuchen, über eine finanzielle Währungsabsicherung das Währungsrisiko zu minimieren.»
Damit könne man sich gegen starke Bewegungen schützen. Allerdings: «Den langfristigen Trend eines aufwertenden Frankens kann man so nicht brechen.»
Laut der UBS-Devisenumfrage 2026 gibt ein Drittel der befragten Unternehmen an, sich gegen Währungsrisiken abzusichern. Darunter sichern mehr als vier von fünf den Euro ab, jede zweite dieser Firmen sichert den US-Dollar ab.
Daniel Kalt gibt zudem zu bedenken, dass der starke Franken für viele Schweizer KMU nicht das einzige Problem sei, sondern eine zusätzliche Belastung: «Viele spüren schon seit zwei, drei Jahren die Industrierezession in Deutschland oder generell die schwache Konjunktur in Europa. Andere spüren die Zollsituation mit den USA.»
Kleiner Lichtblick
Für Unternehmer wie Fabian Eglin bleibt dann noch, intern besser zu werden. Er sagt: «Wir müssen unsere Prozesse im Griff haben, die Automatisierung weiter vorantreiben, schauen, dass wir die Digitalisierung im Griff haben und unsere Prozesse intern überarbeiten.»
UBS-Chefökonom Daniel Kalt kann zumindest einen kleinen Lichtblick ankündigen: «Wir sehen, dass sich die Konjunktur vor allem in den USA gut hält und auch in Europa sich das Bild etwas aufhellt – sodass es doch Hoffnung gibt, dass der Franken nicht mehr weiter aufwertet, sondern sich über die Zeit vielleicht sogar leicht abschwächt.»