Darum geht es: Der Dollar ist gegenüber dem Schweizer Franken auf den tiefsten Stand seit gut 15 Jahren gefallen. Ein Dollar kostete am Mittwochmorgen noch knapp 0.77 Franken. Gleichzeitig steigt der Preis für Gold weiter an: Er betrug am Mittwochmorgen 5265 Dollar pro Feinunze – das waren 129'458 Franken für ein Kilo Gold.
Einmal mehr Trump: Auslöser für die neuste Dollarschwäche war eine Bemerkung von US-Präsident Donald Trump. «Dem Dollar geht es grossartig», sagte er am Dienstag gegenüber Journalisten, als er auf die Dollarschwäche angesprochen wurde. Dies löste an den Märkten eine Verkaufswelle an Dollar aus. Mit seiner Aussage unterstrich Trump, dass er einen schwachen Dollar begrüsst – wie er das in der Vergangenheit immer wieder getan hat.
Wegen des schwachen Dollars werden die Waren der Schweizer Exporteure in den USA immer teurer.
Die Folgen: Nach Ansicht Trumps ist ein schwacher Dollar deshalb gut, weil so die Importe in die USA teurer werden – Trump glaubt, dass so die inländische Produktion angekurbelt wird. Ein schwacher Dollar bedeutet aber auch, dass die US-Regierung höhere Zinsen für ihre Schulden bezahlen muss – weil das Vertrauen in den Dollar zunehmend verloren geht.
Auswirkungen für die Schweiz: Für Exporteure aus der Schweiz ist der schwache Dollar keine gute Entwicklung: «Ihre Waren werden in den USA immer teurer, die Bestellungen gehen womöglich zurück», stellt SRF-Wirtschaftsredaktor Manuel Rentsch fest. Und das kommt noch zu den ohnehin belastenden US-Zöllen auf Waren aus der Schweiz hinzu.
Zusammenhang mit dem Goldpreis: Wegen des schwächelnden Vertrauens in die US-Währung kaufen Anlegerinnen und Anleger sowie andere Staaten derzeit offenbar lieber Gold als Dollar – was wiederum den Goldpreis in bisher ungekannte Höhen treibt. Und im Fahrwasser des Goldpreises steigt auch der Preis von Silber.
Krise über Krise: Preistreiber für Gold und Silber waren in den letzten Monaten die vielen weltweiten Konflikte – die politischen Spannungen sorgten für eine höhere Nachfrage, weil die Edelmetalle als «sicherer Hafen» gelten. So führen Experten den Höhenflug seit Anfang Jahr unter anderem auf die Lage im Iran und die zeitweisen Zolldrohungen Trumps gegen acht europäische Staaten im Zusammenhang mit Grönland zurück.