Diese Woche findet in Davos das 56. World Economic Forum (WEF) statt. Mit dabei sind gut 3000 Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Im Fokus stehen die USA, angeführt von US-Präsident Donald Trump.
Wie prägen die USA das diesjährige WEF?
Thematisch und aufgrund der physischen Präsenz von US-Präsident Donald Trump. Er wirkt wie ein Magnet. Zudem führt er eine hochkarätige Delegation an: Mit dabei sind unter anderem fünf seiner Minister. Dazu werden – wie jedes Jahr – Parlamentsabgeordnete, US-Gouverneure und viele Chefs der grössten US-Konzerne anreisen. Davos wird dieses Jahr zu einem «Little America».
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Bild 1 von 3. Donald Trump wird dieses Jahr nach 2018 und 2020 zum dritten Mal am World Economic Forum in Davos teilnehmen. Begleitet wird er unter anderem von Aussenminister Marco Rubio … . Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 3. … von seinem Finanzminister Scott Bessent (links) und Handelsminister Howard Lutnick (rechts) …. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 3. … und von seinem Schwiegersohn Jared Kushner. Er ist mit seiner Firma Affinity Partners als Investor tätig. Zudem spielte er mit seinen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Gaza-Krieges eine zentrale Rolle. Bildquelle: Keystone.
Welche inhaltlichen Themen stehen im Vordergrund?
Aufgrund der Dynamik in den vergangenen Tage und Stunden stehen inzwischen die Grönland-Frage und damit die transatlantischen Beziehungen im Fokus. Donald Trump wird in Davos nicht nur «Hof halten», sondern wohl auch seine geopolitischen Ambitionen weiter verteidigen. Dem gegenüber stehen die Auftritte der europäischen Regierungschefs und dem kanadischen Ministerpräsidenten, die der US-Regierung die Stirn bieten wollen. Fraglich ist, wie geeint und stark der Widerstand sein wird; gerade auch angesichts der jüngsten Drohung der USA, die Zölle auf europäische Waren wieder zu erhöhen.
Abgesehen von den USA, welche Themen werden sonst noch in Davos diskutiert?
Dieses Jahr werden vor allem weltpolitische Themen dominieren: beispielsweise die aktuellen Entwicklungen im Iran oder die Lage in der Ukraine. Wirtschaftliche Themen dürften etwas in den Hintergrund rücken, auch wenn der Handelsstreit zwischen den USA und China oder mit Europa weiterhin am Schwelen ist. Daneben dreht sich wie im Vorjahr vieles um das Thema künstliche Intelligenz.
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Bild 1 von 3. Jensen Huang, der Chef des Chipherstellers Nvidia, spricht in Davos erstmals auf der grossen Bühne im Kongresszentrum. Sein Unternehmen ist aktuell mit einer Börsenkapitalisierung von 4.5 Billionen Dollar das wertvollste Unternehmen der Welt. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 3. Mit Microsoft und dem Chef Satya Nadella ist ein zweiter US-Techgigant am WEF in Davos. Im Zentrum stehen dabei die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 3. Mit Google, OpenAI oder Mistral sind weitere Schwergewichte aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz mit Führungspersonal vertreten. Bildquelle: Keystone.
Welche Rolle spielt der WEF-Gründer Klaus Schwab, dies nach seiner Entmachtung im vergangenen Jahr?
Klaus Schwab wird erstmals seit der Gründung keine Rolle mehr spielen. Weder wird er am Anlass teilnehmen, noch sonst in Erscheinung treten. Auch wird es keine Würdigung für sein Lebenswerk geben. Kurz, Klaus Schwab, als prägende Figur dieses Anlasses, wird komplett ausgeblendet.
Ist die Ära Schwab damit zu Ende?
Ja. Hintergrund ist seine Entmachtung im vergangenen Frühling aufgrund von anonymen Vorwürfen. Es ging dabei unter anderem um Bereicherung und fragwürdiges Führungsverhalten. Eine Untersuchung im Auftrag der neuen WEF-Führung unter Larry Fink und André Hoffmann habe allerdings keine groben Verstösse festgestellt, so das Fazit. Faktisch wurde Klaus Schwab damit rehabilitiert. Trotzdem kehrt er jetzt nicht auf die grosse WEF-Bühne zurück, auch nicht für einen offiziellen Abgang mit Ruhm und Ehre. Die Gründe dafür lassen sich von aussen nicht abschliessend klären: Stimmen aus dem Umfeld des WEF und von Klaus Schwab sagen, dass sein Nichterscheinen Bestandteil der Aufarbeitung im vergangenen Sommer gewesen sei.
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Bild 1 von 3. Klaus Schwab ist der «Mr. WEF». Er hat den Anlass aufgebaut, insgesamt 55 Mal fand das Forum unter seiner Führung statt. 2026 ist er nun erstmals nicht dabei. Bildquelle: Keystone.
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Bild 2 von 3. Der WEF-Gründer Klaus Schwab (rechts) beim Jahrestreffen 1980. Damals hiess es noch European Management Symposium. Bildquelle: Keystone.
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Bild 3 von 3. Klaus Schwab und Joe Biden im Jahr 2016. Damals war Biden als Vize-Präsident der Regierung von Barack Obama in Davos. Dank des Beziehungsnetzes des WEF-Gründers war der Anlass stets prominent besetzt. Bildquelle: Keystone.
Wie wird sich Klaus Schwabs Abgang auf das WEF auswirken?
Zumindest bislang sind keine Auswirkungen sichtbar. Das hat auch damit zu tun, dass das Programm und die Organisation des Anlasses schon seit Jahren von einem Führungsteam gestaltet werden. Aber dank des riesigen Netzwerkes von Klaus Schwab war das WEF stets hochkarätig besetzt. Die neue Führung wird nun beweisen müssen, dass ihr gleiches gelingt. Mit der diesjährigen, prominent besetzten Ausgabe, will die WEF-Führung zeigen, dass sie dazu fähig ist.