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Weltraumfirma SpaceX Musk will mit Marsträumen an die Börse

Es könnte der grösste Börsengang aller Zeiten werden: Die Weltraumfirma SpaceX von Tech-Milliardär Elon Musk will schon ab nächstem Monat Aktien an der Börse verkaufen. Deshalb hat SpaceX jetzt Zahlen veröffentlicht. Sie geben zum ersten Mal einen Einblick, wie die Firma finanziell aufgestellt ist. SRF-Wirtschaftsredaktor Matthias Heim über Musks Pläne.

Matthias Heim

Wirtschaftsredaktor

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Matthias Heim hat Wirtschaftsgeschichte studiert. Seit 2007 arbeitet er für Radio SRF, seit 2016 ist er Wirtschaftsredaktor. Seine Spezialgebiete sind Aviatik, Tourismus, Verkehr, Detailhandel und Energie.

Was zeigen die Geschäftszahlen, die Space X offengelegt hat?

SpaceX ist nicht einfach irgendeine Firma, die ein neues Produkt verkaufen will. SpaceX hat hochfliegende Pläne, die weit über die Erde hinaus gehen. Die Firma sieht ihre künftigen Geschäfte im Weltall, auf dem Mond und sogar auf dem Mars. Das klingt zwar nach Science-Fiction, aber die Firma hat schon bewiesen, dass sie damit Geld verdienen kann.

Warum spricht man vom grössten Börsengang aller Zeiten?

Das hat mit den Erwartungen an diese Firma zu tun. Wenn man nur die Geschäftszahlen von SpaceX anschaut, könnte es ein x-beliebiges Unternehmen sein. Aktuell schreibt SpaceX sogar Verluste, letztes Jahr 5 Milliarden Dollar. Und im ersten Quartal dieses Jahres sind es erneut 4.2 Milliarden Dollar Verlust. Doch die Firma und der Börsengang leben von den Erwartungen an künftige Gewinne. SpaceX rechnet damit, dass sich im Weltall ganz neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen und dass es dann nicht um Milliarden Dollar geht, sondern um Billionen. Elon Musk als Besitzer und künftiger Chef hat auch den Ruf, diese Träume wahr werden zu lassen.

Wenn SpaceX jedes Jahr mehrere Milliarden Dollar Verlust macht, wieso sind die Erwartungen so hoch?

Grundsätzlich ist es so, dass viele Firmen am Anfang zuerst Verluste schreiben, vor allem, weil sie zuerst einmal in Fabriken, Maschinen oder in die Forschung investieren müssen. Das ist soweit normal und das trifft auch auf SpaceX zu: Das Unternehmen musste zuerst die Raketen und Satelliten entwickeln, bauen und ins Weltall bringen. Mit der Satellitenkette Starlink verdient SpaceX inzwischen bereits Geld, obschon die Firma «erst» zehn Millionen Kunden und Kundinnen hat. Der dritte Geschäftsbereich von Starlink ist die Künstliche Intelligenz. In diesen Bereich schreiben bisher auch alle anderen grossen Anbieter Verluste. Aber das Ziel jeder Firma ist natürlich, profitabel zu werden.

Wie will SpaceX mit allen drei Geschäftsbereichen Profit erzielen?

Entscheidend sind weniger die einzelnen Sparten als vielmehr das ganze Ökosystem, das hier aufgebaut wird. Das ist eine Stärke von Elon Musk: Er sieht das grosse Ganze. Andere Wirtschaftschefs würden die Finger davon lassen, weil die Risiken und Unsicherheiten gross sind. Denn eines ist klar: Wer das Weltall als sein Geschäftsmodell sieht, der braucht Raketen, um überhaupt dorthin zu kommen. Die Raketen sind somit Mittel zum Zweck. Damit bringt Musk die Satelliten ins All, damit kann er aber künftig auch Datenzentren im Weltall für seine künstliche Intelligenz installieren und Shuttle-Flüge zwischen Erde und Mond anbieten – oder dereinst zwischen Mond und Mars. Mit diesen Dienstleistungen soll die Firma letztlich Geld verdienen. Gleichzeitig hat SpaceX inzwischen auch Konkurrenz erhalten: Es gibt andere Anbieter, die ähnliche Pläne haben. Trotzdem hat SpaceX aktuell noch einen grossen Vorsprung.

SRF 4 News, 21.05.2026, 06:40 Uhr ; 

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