Wenn der Schnee das Gebiet oberhalb von Mollis in ein weisses Kleid hüllt, verwandelt sich das Fronalpgebiet in ein stilles Winterparadies. Verschneite Fichten und die Weitsicht auf die imposanten Glarner Berge machen eine Schneeschuhtour hier zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Schneeschuhwandertipp für den Februar von SRF-Outdoor-Reporter Marcel Hähni.
Das Schilt- und Fronalpstockgebiet liegt oberhalb Näfels-Mollis auf rund 1400 bis 1600 Metern über Meer. Der Ausblick reicht weit in das Linthgebiet und die Glarner Alpen. Die Anfahrt von Mollis hinauf nach Mullern/Fronalp ist bereits ein kleines Abenteuer. Die Bergstrasse führt über enge Kurven und entlang steiler Felswände zum Parkplatz. Die Strasse ist zwar meist gut geräumt, aber bei Schneefall empfiehlt sich ein Fahrzeug mit Allrad oder Schneeketten.
Tipp: Wer es bequemer mag, nutzt den Skibus, der während der Saison mehrmals täglich ab dem Bahnhof Näfels-Mollis verkehrt.
Ruhe und Natur geniessen
Oben angekommen empfängt mich Stille – nur das Knirschen meiner Schneeschuhe und das leise Rauschen des Windes sind zu hören. Rund 14 Kilometer markierte Schneeschuh- und Winterwanderwege durchziehen das Gebiet.
Die Routen sind abwechslungsreich und bieten sowohl Anfängern als auch geübten Schneeschuhläufern ideale Bedingungen. Gut zu wissen: Die Landschaft ist weit und offen, steile Hänge gibt es kaum – deshalb besteht praktisch keine Lawinengefahr.
Tourentipp: Mullern – Fronalp – Ennetberge
Mein Wandervorschlag folgt grösstenteils der ausgeschilderten Route Mullern – Fronalp – Ennetberge. Ich starte hingegen beim Parkplatz vom ersten Skilift und mache zuerst eine Schlaufe über die Mullern und dann wieder zurück hinauf zur Fronalp mit dem Naturfreundehaus.
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Bild 1 von 8. Das Schilt- und Fronalpstockgebiet ist ein kleines, familienfreundliches Ski-, Touren- und Schneeschuwandergebiet oberhalb Mollis. Bildquelle: Hannes Hochueli.
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Bild 2 von 8. Hier ziehen sich rund 14 Kilometer markierte Schneeschuh- und Winterwanderwege durch das Gebiet. Bildquelle: Hannes Hochueli.
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Bild 3 von 8. Mit dem eigenen Fahrzeug oder mit dem Sportbus ab Mollis: Start- und Ausgangspunkt ist der Parkplatz Steinboden. Von hier aus ist man in wenigen Minuten praktisch alleine in der verschneiten Landschaft. Bildquelle: Hannes Hochueli.
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Bild 4 von 8. Das Naturfreundehaus Fronalp liegt auf ca. 1300 Meter mit einer Aussicht auf das Glarnerland, den Klöntalersee und die Linthebene. Bildquelle: Hannes Hochueli.
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Bild 5 von 8. Das Glarner Heiligtum, der Schabziger ist auch hier ein Thema. Im Sommer führt der Schabziger Höhenweg von Filzbach über Habergschwänd zum Fronalpstock. Die Informationstafeln stehen auch im Winter am Weg. Bildquelle: Hannes Hochueli.
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Bild 6 von 8. Das Skigebiet Schilt hat zwei Bügellifte und ist vor allem bei Familien sehr beliebt. Die Ski- und Tourenfahrer und die Schneeschuhwanderer kommen sich hier nicht in die Quere. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 7 von 8. Gemütlich und Lawinensicher. Steile Hänge können weitläufig umgangen werden. Bildquelle: SRF/ Marcel Hähni.
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Bild 8 von 8. Das Knistern vom Schnee unter den Füssen hört man bei der Stille besonders gut. Bildquelle: IMAGO / Dreamstime.
Einkehr mit Aussicht
Nach der Tour lädt das Naturfreundehaus Fronalp mit seiner sonnigen Terrasse und einem herrlichen Blick in die Glarner Alpen zum Verweilen ein. Der Glärnisch oder das Vrenelis Gärtli liegen direkt vor meinen Augen. Oberhalb liegt der Schild, ein beliebter Tourenberg. Auch Skifahrer kommen auf ihre Kosten. Es gibt zwei Skilifte und die eine Piste führt direkt am Haus vorbei.
Rückweg und Fazit
Für den Rückweg vom Naturfreundehaus zum Ausgangspunkt beim Parkplatz geht es rund 30 Minuten das Strässchen hinunter, das auch von Schlittenfahrern und Winterwanderern genutzt wird. Beim Parkplatz wartet dann auch der Skibus für die bequeme Rückreise ins Tal.
Das Schilt–Fronalpgebiet mit der Mullern ist ein beliebtes Ausflugsziel im Glarnerland für alle, die Ruhe statt Gedränge suchen und eine neue Region entdecken möchten. Unter der Woche kann es sein, dass man hier oft ganz allein unterwegs ist. An den Wochenenden teilt man sich das Gebiet mit den Winterwanderern, den Skifahrerinnen und den Tourengängern. Aber wie am Anfang erwähnt: Die steile die steile und kurvenreiche Anfahrt schreckt viele Sonntagsgäste und Influencer vorerst noch ab.