Ich starte früh an der Bergstation der Zugerbergbahn. Der Blick öffnet sich sofort: tief unten glitzert der Zugersee, dahinter staffeln sich die Voralpen bis hin zu den markanten, schneebedeckten Gipfeln der Zentralschweiz. Es ist einer dieser Momente, in denen man stehen bleibt und einfach schaut.
Nur wenige Schritte später wird es ruhiger – ich lasse die belebten Wege hinter mir und folge dem Pfad talwärts.
Die Landschaft zeigt sich zunächst sanft: Wiesen, alte Obstbäume, friedlich weidende Kühe. Immer wieder reissen Lichtungen den Blick weit auf – Richtung Reussebene und bis ins Zürcher Knonauer Amt.
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Bild 1 von 7. Der kleine Zugerberg kann in vieler Hinsicht mit den grossen Bergen mithalten: Der Ausblick auf Berge und Seen ist traumhaft. Vom Zugerberg aus hat man einen Blick auf den Zugersee und die Stadt Zug. Bei klarer Sicht und je nach Standort auch auf den Ägerisee. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 2 von 7. Die Zugerberg Bahn (ZBB) ist eine Standseilbahn. Sie wurde am 14. Mai 1907 offiziell eröffnet und führt von der Stadt Zug auf den Zugerberg auf 926 m ü. M. Eine Fahrt dauert rund 7 Minuten, wobei pro Wagen 80 Fahrgäste befördert werden können. Bildquelle: Keystone/Alexandra Way.
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Bild 3 von 7. Der Zugerberg bietet ein ganz unterschiedliches Naturerlebnis, ein weitläufiges Wanderwegnetz und eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten. Hier kann man Wandern, Mountainbiken, Schneeschuhwandern, Langlaufen oder einfach nur die atemberaubende Aussicht auf den Zugersee geniessen. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 4 von 7. Zu sehen vom Zugerberg aus: Die Reussebene im Grenzgebiet der Kantone Aargau, Zürich und Zug. Sie gehört zu den vielfältigsten und besterhaltenen Flusslandschaften des schweizerischen Mittellandes. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 5 von 7. Die Landfläche auf dem Zugerberg beträgt rund 250 Hektar und wird vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Unzählige Besucherinnen und Besucher schätzen den Zugerberg als weitläufiges Erholungsgebiet. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 6 von 7. Die heutige Ruine Wildenburg liegt hoch über dem Lorzentobel oberhalb Zug. Gegründet wurde die Wildenburg im 13. Jahrhundert durch einen Zweig der Herren von Hünenberg, Lehnsträger der Grafen von Kyburg und Habsburg mit Stammsitz in Hünenberg. Die Burg wurde im 15. Jahrhundert aufgegeben und ist seit 1978 im Besitz des Kantons Zug. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
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Bild 7 von 7. Der Schlaufensteg bietet mit Treppen und Plattformen Ausblick auf den Wald und die Natur und ergänzt das beliebte Ausflugsgebiet rund um die Höllgrotten. Der Steg wurde 2024 eröffnet und setzt ganz auf einheimisches Holz. Die Benutzung ist kostenlos. Bildquelle: SRF/Marcel Hähni.
Der Abstieg ist angenehm abwechslungsreich, nie eintönig. In Allenwinden zeigt sich der Kanton Zug von seiner idyllischen Seite: gepflegte Höfe, stille Gärten. Es herrscht schon fast eine meditative Ruhe.
Dann ändert sich die Szenerie spürbar. Der Weg taucht ein ins Lorzentobel – und mit ihm beginnt ein wilderes Kapitel der Wanderung. Felsen, dichter Wald und das leise Rauschen der Lorze bestimmen plötzlich die Atmosphäre.
Mittendrin die Ruine Wildenburg: versteckt thront sie auf einem Felssporn geheimnisvoll und still. Auch wenn nur noch Mauern übrig geblieben sind, ist die Burgruine Zeugnis der Baarer Vergangenheit.
Der Wald wirkt dicht und mystisch und dämpft die Geräusche der nahe gelegenen Kantonsstrasse, die über ein Stück Ingenieurskunst führt.
Die Lorzentobelbrücke spannt sich hoch über der Schlucht. Die moderne Brücke, erbaut zwischen 1982 und 1985, führt den Verkehr ins Ägerital, während die über 100 Jahre alte Brücke heute Fussgängerinnen und Velofahrer trägt. Die Lorzentobelbrücke setzt einen architektonischen Kontrast zur urtümlichen Umgebung. Ein Blick hinunter in die Tiefe lohnt sich – und sorgt für Gänsehaut.
Es folgt ein Wechsel der Natur: Wald, Felsen, plätscherndes Wasser – hier zeigt sich die Zuger Landschaft wild und ursprünglich.
Je näher ich Baar komme, desto überraschender scheint mir das spektakuläre Finale. Der Schlaufensteg taucht auf – eine elegante Holzkonstruktion, die sich in Kurven und Schleifen durch den Wald windet. Teilweise führt der Steg über die Baumwipfel hinweg und eröffnet neue Perspektiven auf das Tobel. Hier wird die Wanderung noch einmal zum Erlebnis und bildet den krönenden Abschluss.
Diese Wanderung ist eine Reise durch verschiedene Landschaften und Stimmungen: vom weiten Panorama auf dem Zugerberg bis zur wilden Ursprünglichkeit des Lorzentobels und dem besonderen Höhepunkt beim Schlaufensteg. Auf so kurzer Strecke so viele Facetten zu erleben, ist einer der grössten Pluspunkte dieser Wanderung.