«Käs dähei?» Warum schleppt ihr so viel Zeug ans Heitere?

Am Heitere Open Air wird viel Wert auf Komfort und Luxus gelegt. Statt Schlafsack, Mätteli und Zelt werden ganze Sofaecken, Soundanlagen, Nebelmaschinen, Kochstationen und Solarpanels angeschleppt. Und das für ein paar wenige Tage und Nächte. Aber warum tut man sich den ganzen Aufwand eigentlich an?

Im «Bösen Zelt» haust Roland Zimmermann aus Wikon. «Den Namen haben sich andere Festivalbesucher ausgedacht. Vermutlich, weil hier ab und zu ziemlich böse Musik läuft», erklärt der 29-Jährige.

Camp am Heitere Open Air. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: So böse wie der Camp-Name andeutet, ist Roland gar nicht. SRF/Noëlle Guidon

Seit sieben Jahren stellen er und seine Kollegen das Partyzelt auf. Zum Hausrat gehören nebst eigenem Bierzapfhahn auch ein grosser Kühlschrank, Grill und Kochstation, eine Musikanlage, Discobeleuchtung, eine Nebelmaschine und bequeme, grosse Matratzen. «So zu Campen macht Freude. Wir haben alles und wenn uns die Musik am Festival nicht gefällt, können wir hier feiern», erklärt Roland.

Tina Nägeli und das böse Zelt am Heitere. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hereinspaziert ins «böse Zelt»: Hier gibt's definitiv genug Platz, um zu feiern. SRF/Noëlle Guidon

Ein paar Zelte weiter wohnen Dominic Kalt und seine Freunde. Ein kleiner Gartenzaun schmückt ihren Platz, gleich dahinter hat die Gruppe einen Garten mit Blumen angelegt. Gärtnern am Festival? «Die Blumen sehen schön aus, deshalb sind sie hier», begründet Dominic die florale Pracht. «Und wenn am Sonntag ältere Damen auf ihrem Heimweg bei uns vorbeikommen, nehmen sie gerne ein Blümchen mit.» Schöner Wohnen am Festival und damit auch anderen eine Freude machen. Bravo.

Tina Nägeli und Blumen am Heitere Open Air. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gärtnern am Festival? Kann man machen. SRF/Noëlle Guidon

Während Dominic seine Blumen giesst, zeigt mir Elmar Heeb aus Uerkheim stolz seine Sonderanfertigung. Die grosse Kiste auf Rädern sieht aus wie eine mobile Kücheninsel. «Den Wagen haben wir eigentlich für den Turnverein gebaut. Nebst einer Musikanlage, einem Kühlschrank und einer Rauchmaschine enthält er auch Licht und eine Seifenblasenmaschine», erklärt mir Elmar. «So haben wir alles für unsere Privatparty dabei.»

Rauchige Party am Heitere Open Air. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rauch-on. Den Preis für das beste Partyequipment gewinnen Elmar und sein Team. SRF/Noëlle Guidon

Nebst Partybauten werden am Festival aber auch Solarpanels aufgestellt. Und zwar von Tim Burtolf aus Neuenkirch. Die Panels liefern Strom für den Kühlschrank in seinem Pavillon. «Ich bin Elektriker und habe meinen Chef gefragt, ob ich für das Festival ein paar Panels ausleihen darf. Mit dem Strom läuft unser Kühlschrank und wir haben immer kühles Bier», grinst der 18-Jährige. Zudem, so begründet er den aufwändigen Aufbau, können er und seine Crew ihre Handys und Musikboxen aufladen.

Solarpanels Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Strom anzapfen kann man bei Leon und Tim. SRF/Noëlle Guidon

Nachhaltige Stromversorung, private Partyzelte und luxuriöses Kochen und Schlafen – am Heitere Open Air ist fast alles möglich und vieles erlaubt.

Du wärst gerne am Heitere Open Air, kannst aber nicht?