Die Jugend pfeift auf Schnurregiige

«Sie ist ein kleines, aber feines Instrument», schwärmt Werner Speiser von der Mundharmonika. Als Präsident des Swiss Harpers Verbands ist er selber auch ein begeisterter Schnurregiigeler. Sein Verein feiert 2017 sogar 50-jähriges Jubiläum. Viel Grund zur Freude, nur der Nachwuchs bereitet Sorgen.

Zu seinen Jugendzeiten war die Mundharmonika noch ein äusserst populäres Instrument. In den 1950er- und 1960er- Jahren galten Europäer und Amerikaner als Vorreiter und Zugpferde der Szene.

Bereits mit elf Jahren gründete Werner Speiser daher seine ersten Formationen mit Nachbarskindern zusammen. Die Schnurregiige erwies sich als äusserst praktisch, denn man konnte sich das Spiel darauf gleich selber beibringen.

Erstes Instrument im Weltall

Besondere Aufmerksamkeit erfuhr die Mundharmonika als der Astronaut Walter Schirra im Dezember 1965 während einer Live-Übertragung «Jingle Bells» spielte. Die Welt staunte und das Instrument wurde dadurch noch populärer als es eh schon war.

Weihnachts-Scherz mit Mundharmonika im Weltall

1:22 min, vom 18.8.2017

Die Anfänge des Verbands

Bei der Gründung der Schweizerischen Mundharmonika-Interessensgemeinschaft SMI am 25. November 1967 war Speiser einer der Initianten. Erst 2010 wurde der Verband in Swissharpers umgetauft.Heute zählt der Verein über 600 Mitglieder und knapp 50 aktive Mundharmonika-Formationen.Sinn und Zweck ist es, mit einer Vielfalt von Aktivitäten die Mundharmonika-Musik zu erhalten, zu fördern und zu pflegen.

Es fehlt an Nachwuchs

Die Mundharmonika gilt als meistverkauftes Instrument aller Zeiten. Werner Speiser bedauert allerdings, dass sich der Absatz mittlerweile wohl eher auf den asiatischen Raum beschränkt.Hierzulande hat das Interesse der Jugend nachgelassen - was sich auch im Swiss Harpers-Verband bemerkbar macht. Dem will man entgegentreten, indem man Mundharmonikas kostenlos an Schulen verleiht. Der Anklang bei den Kindern sei schon einmal gross, freut sich Speiser. Ob es denn auch Früchte trägt und er seine Funktion als Präsident bestenfalls in junge Hände weitergeben kann, wird sich noch weisen.

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