Marteria fordert: «Mehr Humor beim Sex!»

Auf Marterias neuem Album «Roswell» klatschen Hedonismus und Sozialkritik über bumsenden Beats und quietschenden Synthies zusammen. Privat geht es der Rapper ruhiger an – und schwärmt vor allem vom Reisen und seiner Heimat.

«  Viele sind da so ganz ernst – man muss doch mal lachen und feiern können beim Sex! »

Die Playlist, die bei Marteria beim Sex läuft, hat Frank Ocean oder Jeremih mit dabei. Halt etwas mit ein bisschen Attitüde. Die hat der Rostocker Rapper schliesslich ab Fass. Auch nach einem Marathon-Promotag zeigt sich der Rapper beim eintausendsten Interview (das waren wir!) gut gelaunt und herrlich.

«  Autofahren ist nicht gesund für mich. Das Verhalten der anderen Autofahrern macht mich unfassbar aggressiv. Ich schreie, bin laut und hysterisch. »

Das Pendeln zwischen der Ostsee und Berlin setzt dem selbstfahrenden Marteria zu. Trotzdem ist er ein Reisemensch – was auch mit seiner Familie zu tun hat:

«  Mein Vater war Seefahrer in der ehemaligen DDR – damals einer der einzigen Berufe, mit dem man die Welt sehen durfte! »

Das hat beim Länderpunktesammler Marteria Spuren hinterlassen. Immer wieder zieht es ihn in Länder auf der ganzen Welt, insbesondere der afrikanische Kontinent liegt nahe an seinem Traveller-Herzen. Trotzdem ist klar:

«  Heimat ist für mich da, wo ich herkomm: Rostock! Und eben das Meer. Wenn ich länger als ein, zwei Wochen weg vom Meer bin, krieg' ich keine Luft mehr. »