«Insecure» zeigt das Sex- und Datingleben von einer anderen Seite

Hinter der tollen «HBO»-Comedyserie «Insecure» stehen mehrheitlich afroamerikanische Autoren. Eine mehr als willkommene Abwechslung. Dieses Wochenende startet bei uns die zweite Staffel.

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Kenne ich schon!

Kenne ich schon!

«Insecure» ist für dich schon ein alter Hut? Mehr Tipps: die britische Produktion «Chewing Gum» und die Serie «Dear White People» (beide auf Netflix) schlagen beide in eine ähnliche Kerbe. Ebenfalls empfehlenswert!

TV-Serien, die das Beziehungs- und Sexleben von Menschen im Alter zwischen 20 und 40 beleuchten, gibt es wie Sand am Meer. «Girls», «Love», «Togetherness», «Casual», und und und – die Liste ist quasi endlos.

Die Krux: Hinter all diesen Serien stehen meistens weisse Autoren und weisse Regisseure. Das wäre eigentlich nicht weiter schlimm – und trotzdem erlebt man als Zuschauer irgendwann den Déjà-vu-Effekt. Haben alle Serienautoren einen ähnlichen Hintergrund und stammen aus einer ähnlichen Lebenswelt, ist es wenig überraschend, dass sich die Storys irgendwann überschneiden.

Wie wohltuend eine neue Perspektive sein kann, merkt man aber meistens erst dann, wenn eine Serie wie «Insecure» daherkommt. Hinter dieser Comedy vom US-Sender «HBO» steht die afroamerikanische Autorin Issa Rae. Sie bringt mächtig frischen Wind in ein eher ausgelutschtes Genre.

Multitalent Issa Rae: Schauspielerin, Rapperin und Autorin

Im Mittelpunkt der Serie steht Issa, eine junge Afroamerikanerin, die in Los Angeles nach der grossen Liebe und dem Sinn des Lebens sucht. Issa Rae kümmert sich bei «Insecure» also nicht nur um die Drehbücher, sie steht auch gleich selbst vor der Kamera – und ein bisschen musikalisches Talent beweist sie auch. Regelmässig führt sie in der Serie Selbstgespräche vor dem Spiegel – in Rap-Form.

Issa Rae/Insecure Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Insecure» basiert auf Issa Raes früherer Webserie «Awkward Black Girl». HBO

Rae erzählt ihre Geschichten aus dem Dating-, Berufs- und Sexleben mit einer Sichtweise, die wir bislang viel zu selten zu sehen bekommen haben. Sie setzt auf pointierte Observationen und sorgt dafür, dass sie meistens selbst die Zielscheibe des Spotts ist. Dabei ist «Insecure» aber nie eine «Weisse sind so/Schwarze sind so»-Serie. Im Gegenteil: weisse Menschen kommen hier einfach höchstens in Nebenrollen vor.

Dank unterschiedlichen Betrachtungsweisen entstehen neue Geschichten: «Insecure» ist das beste Argument dafür, warum das Verlangen nach mehr Diversität in Hollywood-Produktionen mehr als nur eine Prinzipfrage ist.

Die zweite Staffel «Insecure» läuft bei uns ab Samstag, dem 12. August auf «Sky Atlantic». Die erste Staffel mit acht Episoden ist erhältlich auf iTunes oder Import-DVD.