Meditation erobert Wirtschaft und Politik

Meditation wird zur Mode. Sogar das World Economic Forum in Davos bietet inzwischen jeweils täglich seinen Teilnehmenden eine halbe Stunde Meditation an. Geführt wird diese von Matthieu Ricard. Er ist Mönch und Übersetzer des Dalai Lama und war früher Genforscher.

Der Buddhistische Mönch Matthieu Ricard meditiert mit WEF-Teilnehmenden.
Bildlegende: Meditieren entrückt einen für einen Moment aus der realen Welt. SRF

Beim Meditieren gehe es den Managern nicht nur um Ruhe, sondern um eine Veränderung des persönlichen Verhaltens und damit des eigenen Führungsstils, sagt Ricard.

Das Prinzip
Meditieren tönt einfach: sitzen, einatmen, ausatmen, usw. Und doch ist es nicht einfach. Gedanken und Erinnerungen kommen hoch und beschäftigen einen, «sie turnen in unserem Hirn wie Affen», sagt der prominente buddhistische Mönch Matthieu Ricard. Diese Affen gelte es zu zähmen, damit man mit den Gedanken vertraut werde und beobachten könne, wie das Hirn funktioniere. Dafür brauche es Training.

Das Hirn verändert sich
Gemäss der Hirnforschung, verändert sich das Hirn bei einer täglichen 20minütigen Meditation bereits nach einem Monat.

Der glücklichste Mensch der Welt
Matthieu Ricard stellte sich den Hirnforschern als Testperson zur Verfügung. Diese sahen, dass bei ihm die Hirnmasse grösser und dichter und die Aktivitäten der Hirnströme sehr viel intensiver waren als bei Vergleichspersonen. Zudem fiel auf, dass vor allem die Bereiche des Hirns betroffen sind, wo Freude und Gelassenheit erzeugt werden. Das bedeutet also, dass Meditation das Verhalten verändert. Mit Meditation kann man offenbar die Achtsamkeit fördern, das Mitgefühl oder die innere Stärke – je nachdem, was man übt und trainiert. Aufgrund dieser Messresultate, erkoren angelsächsische Medien den buddhistischen Mönch Matthieu Ricard zum glücklichsten Menschen der Welt.

Der neue Führungsstil
Auch in der Schweiz entdecken immer mehr Manager diesen neuen Weg. Die ganzheitlichen Coachs Anna Gamma und Max Schnopp bestätigen den Trend. Dass Manager offener werden für Meditation, führen sie auf die zahlreichen Forschungsresultate zurück. Zudem seien viele mit den traditionellen Angeboten und Lösungen nicht zufrieden. Sie suchten etwas anderes.
Beide stellen bei den Führungstrainings mit Mediation immer wieder fest, dass Führungskräfte sich verändern: «Sie werden achtsamer, gelassener und hören besser zu. Die Stimmung im Team verbessert sich und das wirkt sich auch positiv auf die Unternehmensergebnisse aus», sagen sie.

Moderation: Adrian Küpfer, Redaktion: Susanne Giger