«Schäri, Schtei, Papier» von Daniel Keene

Es sind geschätzt fast eine halbe Million Menschen, die aktuell in der Schweiz unter einer Depression leiden. Dabei wissen manche gar nicht, dass sie krank sind. Vor allem Männer sind oft ahnungslos und bleiben ohne Hilfe. Der Dramatiker Daniel Keene beschreibt einen solchen Fall ins Bodenlose.

Zwei Kinder spielen am Ufer eines Gewässers «Schäri, Schtei, Papier»
Bildlegende: Das Leben – ein Kinderspiel. Nicht so die Alltagsrealität von an Depressionen leidenden Menschen. Colourbox

Er ist Steinhauer von Beruf. Er hat eine Familie. Und er ist arbeitslos. Aber Eugen macht seine Arbeit. Besorgt den Haushalt, kümmert sich um Frau und Tochter. Und rutscht trotzdem immer mehr in die Isolation. Seine Spaziergänge führen ihn zum stillgelegten Steinbruch, der schon ganz verwildert ist. Er trifft sich mit seinem ebenfalls arbeitslosen Freund in der Kneipe. Er versucht zu beten. Aber hört noch irgendjemand zu?

Der australische Dramatiker Daniel Keene versucht in seinem ursprünglich für die Bühne geschriebenen Stück «Scissors, Paper, Rock» das Unaussprechliche fassbar zu machen. Und er findet dafür in vielschichtigen Dialogen eine Sprache von faszinierender Kargheit und poetischer Kraft. Für die SRF-Produktion mit Andreas Matti in der Hauptrolle hat Beat Sterchi den Text in berndeutsche Mundart übertragen.

Mit: Andreas Matti (Eugen), Mike Müller (Franz), Sara Capretti (Yvett), Marie Omlin (Brigitt), Regula Fahrni (Barfrau), Hannes Hug (Lehrer).

Mundart-Übertragung: Beat Sterchi Musik: Martin Hägler
Hörspiel-Bearbeitung und Regie: Reto Ott Produktion: SRF 2007 Dauer: 58'

Daniel Keene, geboren 1955, ist ein australischer Dramatiker und lebt in Melbourne. Seine mehrfach ausgezeichneten Stücke sind in den letzten Jahren weltweit aufgeführt worden. Besonders auf französischen Bühnen ist Daniel Keene regelmässig zu Gast.

Redaktion: Reto Ott