SRF-Radiokrimi: «Verfluchtes Licht» von Lukas Holliger

Ein akustischer Film noir im Basler Dreiländereck. Privatdetektiv Heiner Glut gerät im Herbst 1989 in eine düstere Mordgeschichte, die sich im Direktorentrakt des Pharmakonzerns Zondas AG abspielt. Der Fall verdunkelt sich immer mehr, bis im Osten der Eiserne Vorhang zerreisst.

Luftaufnahme der Basler Industrie um die Wende 1989.
Bildlegende: Luftaufnahme der Basler Industrie um die Wende 1989. Keystone

Basel, 1989. Die letzten Wochen des Kalten Kriegs. Privatdetektiv Heiner Glut bewegt sich wegen einer Lichtallergie ausschliesslich nachts durch Basel. Um an Geld für Medikamente zu kommen, jagt er vermissten Katzen hinterher. Als er dabei zufällig seinen ehemaligen Polizeikollegen Urs Zeller trifft und erfährt, dass man im Mordfall Finzi im Dunkeln tappt, beschliesst Glut zu ermitteln.

Die Sekretärin Hanna Finzi wurde beim Aktenkopieren brutal erschlagen, im Untergeschoss des Direktionsgebäudes des Pharmariesen Zondas AG. Alles weist auf ein Liebesdrama hin. Bis Glut dem Bürotechniker und Ex-Lebensgefährten der Toten, Hans Wirz, begegnet und ein zerfleddertes Stück Papier zugespielt bekommt.

Ein Vertrag zwischen der Zondas AG und der DDR. Es geht darin um grossflächige - illegale - Medikamententests an DDR-Patienten. Aber längst mischen auch die Stasi, der CIA und Gluts alte Liebe Jasmina Hess mit. Sie alle haben die Rechnung ohne die Weltgeschichte gemacht.

«Verfluchtes Licht» ist von wahren Fakten inspiriert und zeigt ein düsteres Basel. Ein akustisches Film-noir-Setting mit historischen O-Tönen vom Vorabend des Mauerfalls.

Mit: Martin Engler (Glut), Robert Dölle (Zeller), Annette Strasser (Isabella), Holger Kunkel (A. Hess), Tanja Schleiff (J. Hess), Elias Eilinghoff (Simon), Dirk Glodde (Schubert), Florian von Manteuffel (Jasper), Max Rothbart (Wirz/Berliner Stimme), Mario Fuchs (Dominik), Andrea Bettini (Mann/Gast/Securitas), Jörg Schröder (Mangold), Katja Reinke (Finzi), Päivi Stalder (Apothekerin/Prostituierte)

Komposition: Andreas Bernhard - Tontechnik: Tom Willen - Dramaturgie und Regie: Mark Ginzler - Produktion: SRF 2017 - Dauer: 57'

Lukas Holliger, geboren 1971, schreibt Prosa, Libretti, Theaterstücke und Hörspiele. 2003 erhält er in der Kritikerumfrage der Zeitschrift «Theater heute» eine Nominierung als bester Nachwuchsautor des Jahres. Es folgen Uraufführungen am Bremer Theater, Schauspiel Leipzig, Theater Konstanz u.v.a. 2013 steht er mit seinem Hörspiel «Menschliches Versagen» (SRF/SWR) auf der Shortlist für den «Hörspielpreis der Kriegsblinden». 2016 produziert er für SRF die dramatische Collage «Falscher Alarm» zum dreissigsten Jahrestag der Chemiekatastrophe von Basel-Schweizerhalle.

Redaktion: Mark Ginzler