Wirtschaftswunder Vietnam – mit fatalen Folgen

  • Samstag, 10. Juni 2017, 11:33 Uhr
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Vietnam gilt zurzeit als asiatisches Vorzeigeland – zumindest am Wirtschaftswachstum gemessen. Die Industrie schätzt Vietnam als billigen Standort für die Produktion. Doch der Aufschwung hat auch einen hohen Preis für die Umwelt. Kritik daran ist im totalitären Vietnam unerwünscht.

40 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs: Für die ältere Generation ist die Erinnerung an den Krieg gegen die USA noch immer sehr präsent. Für die junge Generation ist sie Vergangenheit und Hintergrund für Fotos.
Bildlegende: 40 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs: Für die ältere Generation ist die Erinnerung an den Krieg gegen die USA noch immer sehr präsent. Für die junge Generation ist sie Vergangenheit und Hintergrund für Fotos. zvg Karin Wenger


Vietnam hat sich während der vergangenen zwei Jahrzehnte radikal gewandelt. Die Wirtschaft blüht und wächst rasant. Schuh- und Kleiderproduzenten haben Vietnam als billigen Produktionsort für sich entdeckt. Autohersteller wie Honda und Toyota, sowie Elektronikhersteller sind ebenfalls in Vietnam angekommen und produzieren für den heimischen Markt und den Export. Auch der Tourismus boomt und Jungunternehmer versuchen ihr Glück auf dem digitalen Mark.

Wirtschaftspolitisch hat sich die Sozialistische Republik Vietnam vom Sozialismus abgewandt. Die Devise «Wachstum zu jedem Preis» hat jedoch auch ihre Schattenseiten. Umweltbestimmungen werden kaum beachtet, Korruption ist endemisch. Vor einem Jahr führte das zum grössten Umweltskandal in der jüngsten Geschichte des Landes. Der taiwanesische Stahlproduzent Formosa Ha Tinh Steel leitete hoch giftige Abwasser ins Meer. Dies führte nicht nur zu einem Massensterben von Fischen, auch die Lebensgrundlage von Hunderttausenden Menschen wurde zerstört. Doch Proteste lässt die Regierung niederprügeln.

Autor/in: Karin Wenger, Redaktion: Daniel Voll