Pulsmesser: Nicht alle bleiben im Takt

Pulsuhren gehören zu einem effizienten Training dazu. Doch nicht alle sind eine wirkliche Hilfe: Die einen liefern keine zuverlässige Daten, andere steigen bei kaltem Wetter aus. «Kassensturz» zeigt, welche Pulsmesser für das Alltagstraining taugen.

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Pulsmesser: Nicht alle bleiben im Takt

7:33 min, aus Kassensturz vom 24.4.2012

Viele Sportler trainieren heute mit einem Pulsmesser, damit sie das Training effizient gestalten können. Ein Brustgurt registriert dabei die Herzfrequenz und leitet sie an eine Art Armbanduhr am Handgelenk weiter.

Je nach Modell zeigt der Empfänger am Handgelenk nebst dem Puls auch noch weitere Informationen an: Kalorienverbrauch, Zwischenzeiten, Geschwindigkeit oder Streckenlänge. Ein wertvolles Hilfsmittel also für ein wirkungsvolles Training.

Falscher Puls auf der Uhr

Aber wie verlässlich sind diese Trainingshilfen wirklich? «Kassensturz» hat zusammen mit der Konsumentenzeitschrift «Saldo» 10 Pulsuhren im Wert von 40 bis 300 Franken im Labor auf Herz und Nieren prüfen lassen. Die Experten untersuchten Bedienfreundlichkeit, Störanfälligkeit, Tragekomfort, Datengenauigkeit und Vielseitigkeit der einzelnen Geräte.

Nicht bestanden mit der Note 3,9 hat die Pulsuhr «Oregon Scientific SE120». Mit 39.95 Franken ist sie zwar günstig, aber auch sehr sparsam ausgestattet und kompliziert in der Bedienung. Besonders störend findet Laborleiter Gregor Feneberg: «Die Uhr ist sehr empfindlich auf elektromagnetische Einflüsse anderer Pulsuhren oder Hochspannungsleitungen. Das führt dazu, dass sie falsche Pulswerte anzeigt.»

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Bildlegende: Ungenügende Pulsuhr SRF

So geschehen im Praxistest: Die Testperson hat auf ihrer Uhr den Puls des Joggers nebenan empfangen. Die Uhr ist sehr störanfällig.

Telgo AG, der Importeur der Oregon-Scientific-Produkte schreibt gegenüber «Kassensturz»: «SE120 ist ein acht Jahre altes Modell. Im Laufe der Zeit hat Oregon Scientific weitere innovative Produkte mit besonders bedienerfreundlichen Anwendungen und Funktionen lanciert.» Die bemängelte Pulsuhr ist allerdings nach wie vor im Verkauf.

Sigma ist für das Wintertraining ungeeignet

«Genügend» ist die Pulsuhr von Sigma für 55.30 Franken. Die Bedienung ist mühsam und als einzige Uhr im Test hat sie keine Hintergrundbeleuchtung. Sie ist daher für das Training in der Dämmerung nicht geeignet. Ein weiteres Problem: Gemäss Anleitung funktioniert die Uhr nur bei einer Temperatur zwischen 1 und 55 Grad Celsius. Sie ist fürs Wintertraining nicht geeignet. Sie bekommt die Note 4,2.

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Bildlegende: Genügende Pulsuhren SRF

Etwas besser tickt die K-TEC von Athleticum für 39.90 Franken. Das Manko dieser Uhr: Sie ist ebenfalls störanfällig und bekommt daher die Gesamtnote 4,4.

Kritik in Sachen Bedienung erntete auch das Modell FT7 von Polar, eingekauft für 119.90 Franken. Das Display ist während des Trainings nur schwer abzulesen, die Tasten sind schwer zu bedienen. Gesamtnote 4,6.

Gleiche Note – halber Preis

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Bildlegende: Gute Pulsuhren SRF

«Gut» schnitt die Pulsuhr mit GPS von Conrad für 129.95 Franken ab. Sie erhielt die Note 4,9. Bemängelt wurde lediglich der schwache Akku. Mit 5,3 landete das Modell von Nike ebenfalls in der Kategorie «gut». Dieser Pulsmesser kostet 249 Franken. Dazu muss allerdings noch der Pulsgurt gekauft werden.

Die Uhr von Suunto für 299 Franken hielt sich gut und erreichte die Note 5,4. Die gleiche Gesamtnote erreichte auch das Modell «Polar RS100». Dieses Messgerät ist aber mit 139.90 Franken einiges günstiger.

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Bildlegende: Sehr gute Pulsuhren SRF

Gute Pulsuhr für 130 Franken

Die beiden Testsieger heissen Beurer und Garmin. Beide schliessen den Test mit der Note 5,5 ab und erhalten das Gesamturteil «sehr gut». Mit dem Preis von 299 Franken gehört die Pulsuhr von Garmin zu den teuersten im Test. Deutlich günstiger ist das Produkt von Beurer. Es ist im Internet für 130 Franken erhältlich.

So wurde getestet:

Das deutsche Prüfinstitut BBM Testlab hat im Labor sowie in einem Praxistest mit vier Testpersonen zwischen 23 und 49 Jahren die Pulsuhren untersucht. Folgende Kriterien standen im Vordergrund:

  • Bedienung: Sind Bedienungsanleitung sowie Menüführung verständlich? Lässt sich die Uhr unkompliziert in Betrieb nehmen? Ist das Display auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen lesbar?
  • Störanfälligkeit: Lassen sich die Messdaten durch zum Beispiel eine Hochspannungsleitung oder andere Pulsmessgeräte beeinflussen?
  • Tragekomfort: Lassen sich Gurt und Uhr bequem tragen? Verrutscht oder drückt etwas?
  • Datengenauigkeit: Weicht die Pulsfrequenz von der eines Referenzgeräts ab?
  • Vielseitigkeit: Ausstattung (zum Beispiel GPS, Schuhsensor, PC-Auswertung, Beleuchtung) sowie Einsatzmöglichkeiten (Sportarten) wurden erfasst und nach ihrer Bedeutung gewichtet.
  • Batteriewechsel/Betriebsdauer: Wie schnell und einfach lässt sich die Batterie wechseln? Wie lange hält der Akku?