HDTV-Boxen brauchen Strom wie Winterthur

Schätzungsweise 2 Millionen «Settop-Boxen» stehen in Schweizer Stuben – mit HDTV werden es täglich mehr. Eine neue Untersuchung von «Kassensturz» und «TopTen» zeigt: Die Geräte fressen so viel Strom wie die Stadt Winterthur. Vor allem, wenn sie ausgeschaltet sind.

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18.09.12: Set Top-Boxen sind Stromfresser

8:30 min, aus Kassensturz vom 18.9.2012

In den Schweizer Stuben stehen schätzungsweise 2 Millionen Settop-Boxen - Tendenz zunehmend. Die Geräte haben vor allem im Standby einen enormen Stromverbrauch. Das zeigt eine Untersuchung von «Kassensturz» und dem Vergleichsdienst «TopTen» für energieeffiziente Produkte.

«TopTen», eine Online- Suchhilfe für energieeffiziente Geräte, hat zusammen mit dem renommierten Prüfinstitut VDE den Stromverbrauch der am häufigsten eingesetzten Settop-Boxen gemessen.

Auffallend war der hohe Stromverbrauch im Standby: Die ungefähr 2 Millionen Settop-Boxen von Swisscom, Cablecom, Sunrise und anderen sorgen für jährliche Standby-Verluste von 200 Millionen kWh.

«Das entspricht dem Stromverbrauch der Stadt Winterthur mit ihren 106‘000 Einwohnern», veranschaulicht Eric Bush von «TopTen».

Strengere Grenzwerte ab 2013

Die zuständige Behörde, das Bundesamt für Energie, will nicht tatenlos zuschauen. Für den Stromverbrauch der Settop-Boxen sind ab 2013 strengere Höchstwerte vorgeschrieben. Viele Settop-Box-Anbieter können die Vorgaben nur erfüllen, wenn sie in ihren Geräten eine Stromsparfunktion einbauen.

Die gemessenen Boxen von Cablecom, Swisscom und Sunrise liegen allesamt über diesem Limit. Zum Beispiel die Box von Sunrise. Ihr jährlicher Stromverbrauch von 126 kWh ist fast doppelt so hoch wie das ab 2013 erlaubte Limit.

Die Box darf ab 2014 nicht mehr an Kunden abgegeben werden. Ausser die Box verfügt ab Werk über eine Stromsparfunktion. Dasselbe gilt für die UPC Mediabox von Cablecom und die Settop-Boxen STB 3310 und KMM 3010 von Swisscom.

Die Anforderungen an eine solche Funktion sind hoch, erklärt Felix Frey vom Bundesamt für Energie: «Wenn die Fernsehzuschauer wegen der Stromsparfunktion minutenlang darauf warten müssen, bis die Settop-Box einsatzbereit ist, werden wir das nicht akzeptieren.»

Keine Energieetikette weil keine Auswahl

Nicht zum Ziel führt laut BFE der Einsatz der Energieetikette. Die Etikette mache nur Sinn, wenn die Konsumenten zwischen mehreren Geräte auswählen können wie zum Beispiel bei Autos oder Kaffeemaschinen.

Bei den Settop-Boxen mit ihren wenigen Anbietern und Modellen sei das aber nicht der Fall, betont Felix Frey vom BFE.