Mit Heilpflanzen gegen die Erkältung

Bei Husten, Schnupfen und Halsschmerzen muss nicht gleich die chemische Keule her. Es gibt vielfältige, wirksame Hilfe aus der Natur.

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Heilkräuter gegen Erkältungen

5:55 min, aus Puls vom 6.1.2014

Wenn uns eine Erkältung erwischt hat, müssen wir nicht gleich die Chemiekeule auspacken. In der Natur sind so einige Kräuter gegen Schnupfe, Husten und Halsweh gewachsen. Heilpflanzen können Beschwerden effektiv und sanft lindern, und gleichzeitig unterstützen sie das Abwehrsystem im Kampf gegen die Krankheitserreger. Auf diese Weise lassen sich nicht nur die Symptome behandeln, sondern es ist mit Hilfe der richtigen Arzneipflanzen sogar möglich, die Erkältungsdauer deutlich zu reduzieren.

Traditionsreiche Pflanzenheilkunde

Die heilenden Kräfte von Pflanzen sind der Menschheit seit Jahrtausenden bekannt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war die Kräutermedizin sogar der einzige Weg, Beschwerden zu lindern und Krankheiten zu heilen. Kenntnisse, welches Kraut wogegen hilft, gründeten auf dem Erfahrungsschatz vieler Generationen: Angefangen bei den Ärzten des antiken Griechenlands über die Klostermedizin der Hildegard von Bingen bis hin zu Naturheilkundlern wie Sebastian Kneipp.

In den letzten 30 Jahren hat sich die Pflanzenheilkunde in zwei Richtungen entwickelt: die traditionelle und die rationale Phytotherapie. Während die traditionelle Phytotherapie sich auf langjährige Erfahrungen beruft, arbeitet die rationale nach streng wissenschaftlichen Kriterien. Ihr Ziel ist die Verwendung von pflanzlichen Substanzen, die auch vor dem Arzneimittelgesetz bestehen können.

Allein in der europäischen Phytotherapie kennt man mehr als 3000 Heilpflanzen, rund 500 werden heute zur Herstellung von Arzneien genutzt. Ihre Blüten, Blätter, Früchte, Samen, Zwiebeln, Wurzeln, Rinden oder Hölzer werden zu Tees oder Fertigpräparaten verarbeitet. Die Einsatzmöglichkeiten der Phytotherapie sind so vielfältig wie die verwendeten Pflanzen.

Diese Kräuter helfen bei Erkältung

  • Efeu Der immergrüne Kletterer gilt seit der Antike als Heilpflanze. Wegen seiner Saponine nutzte man Efeu früher als Waschmittel. Heute weiss man, dass diese Stoffe auch Bronchialschleim verflüssigen. Efeuextrakt erweitert zudem die Bronchien, das lindert den Hustenreiz. Die Auszüge gibt es als Saft, Tropfen und Tabletten.
  • Salbei Sein lateinischer Name «Salvia» leitet sich von «salvare» (zu Deutsch «heilen») ab. Die Gerbstoffe der aromatischen Blätter töten Keime ab und schützen die Schleimhaut in Mund und Rachen. Daher bei Entzündungen mit warmem Salbeitee oder einer mit Wasser verdünnten Tinktur gurgeln. Salbei-Bonbons lindern Halsweh.
  • Eukalyptus Bei Husten greifen viele zum Eukalyptus-Bonbon. Das ätherische Öl erzeugt ein Kältegefühl und man fühlt sich schnell erleichtert. Zudem wirken die Inhaltsstoffe Myrtol und Cineol schleim- und krampflösend. Aus Ölbädern oder Einreibungen mit Erkältungsbalsam gelangen die Wirkstoffe über die Haut und durch Einatmen in den Atemtrakt.
  • Schlüsselblume Von der attraktiven Frühlingsblume verwendet man die Blüten und Wurzeln für Heilzwecke. Sie reizen den Magen, dadurch bilden die Bronchien reflexartig neuen Schleim, der sich besser abhusten lässt. Vorhandenes Sekret wird verflüssigt. Besonders beliebt ist die Kombination mit Thymian.
  • Lindenblüten Die kleinen, gelben Blüten der Sommer- wie der Winterlinde enthalten Schleimstoffe, die sich schützend auf die Rachenschleimhäute setzen und so den Hustenreiz lindern. Lindenblütentee wirkt schweisstreibend und eignet sich für eine Schwitzkur bei fiebriger Erkältung.
  • Isländisch Moos Ist der Hals entzündet und kratzt die Stimme oder ist sie heiser, können Bronchialtees und Pastillen mit Isländisch Moos beruhigen. Die Schleimstoffe der kälteliebenden Flechte legen sich wie eine Schutzschicht auf die Schleimhäute. So lindern sie auch trockenen Reizhusten. Isländisch Moos ist daher in einigen Hustensäften enthalten.
  • Sonnenhut / Echinacea Der Sonnenhut hat die Fähigkeit das körpereigene Immunsystem anzuregen. Dies erreicht er unter anderem dadurch, dass er die Fresszellen im Blut und Gewebe aktiviert. Daher wundert es nicht, dass der Sonnenhut eine sehr beliebte Heilpflanze ist, die gegen Infektneigung eingesetzt wird, beispielsweise wenn man zu Erkältungen neigt oder bei schleichenden chronischen Infektionen. Auch bei schlecht heilenden Wunden wird er oft erfolgreich eingesetzt (äusserlich und innerlich).
  • Thymian Thymianöl ist stark schleimlösend und bekämpft bakterielle Infektionen der Atemwege – ideal gegen Bronchitis! Auch Reiz- oder Keuchhusten können dank seiner krampflösenden Wirkung mit Thymian behandelt werden.

Tipp: Kräuter mit gleicher Heilanzeige wirken noch besser, wenn man sie mischt.

Pflanzenwirkstoffe: Hilfreiche Alternative zur Schulmedizin

Die Natur hält einige Kräuter parat, welche uns helfen, Erkältungen leichter zu überstehen oder erst gar nicht zu bekommen. Während die meisten chemischen Pharmazeutika die Symptome eines grippalen Infekts lediglich unterdrücken, unterstützen natürliche Mittel den Heilungsprozess.

Meist sind es die ätherischen Öle der Heilpflanzen, die Linderung verschaffen. Aber auch Vitamine und Spurenelemente kräftigen den Körper – besonders in der kalten Jahreszeit.

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