Kuschelhormon macht treu

Deutsche Forscher erklären Monogamie und anhängliches Verhalten mit dem Kuschelhormon Oxytocin.

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Hormon macht Männer treuer

0:31 min, aus Puls vom 2.12.2013

Monogamie ist unter Säugetieren eher die Ausnahme denn die Regel – ausser beim Menschen. Vergleichsweise oft bleiben sich die Partner hier in einer Beziehung treu und sehen von Partnerwechseln ab.

Weshalb das so ist, stellt die Wissenschaft seit längerem vor Rätsel. Deutsche Wissenschaftler wollen dem Geheimnis auf die Spur gekommen sein: Treue hat hormonelle Ursachen.

Hormon wirkt bei Partnerin stärker

«Eine wichtige Rolle bei der Partnerbindung spielt das Hormon Oxytocin, das im Gehirn ausgeschüttet wird», sagt Prof. René Hurlemann, Leitender Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Bonn. Ein Team von Wissenschaftlern hat unter seiner Leitung die Wirkung des Hormons untersucht und dabei 40 heterosexuellen Männern in einer festen Beziehung Bilder ihrer Partnerinnen und von fremden Frauen gezeigt. Dabei wurde ihnen via Nasenspray eine Oxytocin-Dosis oder ein Placebo verabreicht.

Das Ergebnis: Oxytocin stimuliert das Belohnungssystem im Gehirn beim Anblick der Partnerin stärker als beim Anblick von fremden Frauen oder auch von weiblichen Bekannten und fördert damit die Bindung zwischen Liebenden. «Dieser biologische Mechanismus der Zweisamkeit ist einer Droge sehr ähnlich», sagt Prof. Hurlemann. Sowohl in der Liebe als auch beim Konsum von Drogen streben Menschen nach der Stimulation des Belohnungssystems im Gehirn. «Dies könnte auch erklären, warum Menschen nach einer Trennung von ihrem Partner in eine Depression oder tiefe Trauer verfallen: Das Belohnungssystem ist mangels Oxytocin-Ausschüttung unterstimuliert und quasi auf Entzug.»

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