Was Sie über Fieber wissen müssen

Die Grippezahlen haben zum ersten Mal in diesem Winter den epidemischen Schwellenwert überschritten. Die Grippewelle ist im Anmarsch. Zeit, das Wissen über Fieber aufzufrischen.

Junge Frau mit Fiebermesser im Mund.
Bildlegende: Fieber messen unter der Zunge: Mund zu, bei Schnupfen schwierig. colourbox.com

Eine aktuelle deutsche Studie zeigt, dass jeder zweite Deutsche nicht weiss, ab welcher Temperatur man von Fieber spricht. Sind wir Schweizer hier besser informiert?

Thomas Kissling weiss als Hausarzt bestens Bescheid:

  • Bis 39 Grad ist Fieber meistens problemlos: Einen Arzt aufsuchen sollten Sie, wenn Ihre Temperatur über zwei bis drei Tage um 39 Grad oder natürlich mehr beträgt. Je jünger der Patient, desto eher zum Arzt, denn Säuglinge trinken häufig zu wenig. Auch Senioren sollten bei Fieber früher einen Arzt aufsuchen.

Wo die Temperatur am genausten gemessen wird

  • In der Achselhöhle ist die Messung ungenau. Misst man die Körpertemperatur unter dem Arm, hat das Thermometer häufig zu wenig Hautkontakt. Es kommt Luft dazu und die Messung ist ungenau.
  • Messung im Ohr ist praktisch: Die modernsten Geräte messen per Infrarot im Ohr. Das ist eine einfache und schnelle Messung. Allerdings haben Säuglinge oft noch einen zu engen Gehörgang. Bei Leuten mit viel Ohrschmalz könnte die Messung ungenau sein.
  • Im Mund bei Schnupfen schwierig: Der richtige Ort im Mund, um die Temperatur zu messen, ist unter der Zunge. Will man einen genauen Wert, muss zudem der Mund geschlossen sein. Ist die Nase verschnupft, ist das schwierig.
  • Rektal am genausten: Der Darm ist stärker durchblutet als zum Beispiel die Achselhöhle, deshalb ist die Temperatur da im Schnitt auch etwa ein halbes Grad höher. Die Temperaturmessung im After ist zwar am genausten aber eben auch unangenehm. Und vor allem bei Säuglingen kann es zu Verletzungen kommen.

Der richtige Zeitpunkt

  • Einmal, vielleicht zweimal täglich: Messen Sie Ihre Temperatur immer zur gleichen Tageszeit. Kürzere Abstände sind nur dann sinnvoll, wenn Sie das Gefühl haben, es verändert sich etwas.

Redaktion: Brigitte Wenger