Versorgt und fürs Leben gezeichnet

Bis 1981 wurden in der Schweiz Tausende Menschen in Strafanstalten und geschlossene Erziehungsanstalten eingewiesen, ohne dass sie eine Straftat begangen hatten. Seit ein paar Jahren wird dieses dunkle Kapitel der Schweizer Geschichte aufgearbeitet. Betroffene sagen, die Arbeit habe erst begonnen.

Archivbild des Frauengefängnis Hindelbank im Jahr 1985.
Bildlegende: Frauengefängnis Hindelbank: Hier lebten einige der administrativ Versorgten Frauen. Keystone

Im Studio erzählt Ursula Biondi ihre Geschichte. Die Zürcherin wurde 1967 für über ein Jahr in die Frauenhaftanstalt Hindelbank eingesperrt. Sie war damals 17 Jahre alt und im fünften Monat schwanger. Im Jahr 2002 schrieb sie in einem Buch, was sie erlebte und wurde so zur Vorkämpferin für die «Wiedergutmachung».

«Seit 1860 setzten sogenannte Versorgungsgesetze die Grundrechte ausser Kraft. Dabei wurde gezielt die Unterschicht ins Visier genommen», erzählt Studiogast Thomas Huonker. Der Historiker befasst sich seit über 25 Jahren mit Verdingkindern, Zwangssterilisierten und mit den Opfern fürsorgerischer Zwangsmassnahmen, zu denen auch die sogenannte «administrativ Versorgten» gehören.

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Ein Leben lang bestraft – Das Leiden der administrativ versorg...

21 min, aus Reporter vom 21.2.2016

Moderation: Dani Fohrler, Redaktion: Krispin Zimmermann